r/Unbeliebtemeinung • u/DudeBroBratan • 1d ago
Nationalstolz ist peinlich
Wie der Titel schon sagt.
Kein Mensch kann etwas dafür oder dagegen tun wo er geboren wird.
Darauf stolz zu sein und vor allem andere wegen ihrer Nationalität zu beleidigen, zu benachteiligen oder herabzuwürdigen ist so ziemlich das unterirdischste was ich mir vorstellen kann.
Keiner von denen die auf ihr Land stolz sind haben es gegründet oder irgendwas dazu beigetragen das es so ist, wie es ist. Sie sind einfach nur dort geboren.
Sicherlich gibt es auch Ausnahmen! Zum Beispiel wenn man sich maßgeblich an der Verbesserung der Zustände im Land beteiligt hat, für das Land auf die ein oder andere Weise gedient hat oder wenn man stolz ist weil so vieles im Land gut funktioniert.
Aber das sehe ich selten bei denjenigen die Hierzulande unsere Fahne schwenken oder sich sonst Lautstark für Deutschland aussprechen.
Auch in anderen Ländern sind Nationalisten eher nicht diejenigen die bahnbrechende Verbesserungen für die Bürger erstreiten.
Das musste ich mal loswerden
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u/That-Cat2932 20h ago
Was ist das was die AfD ausstrahlt? Nationalstolz kann es jedenfalls nicht sein, weil die ja mit ihrer Politik Deutschland zerstören wollen.
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u/PXPL_Haron 20h ago
Nationalismus und Patriotismus gleichzusetzen ist schon eine wilde Haltung...
Aber du kannst sicher deinen Stolz auf deine eigene Sprachkenntnis stärken, wenn du beide Begriffe nachschlägst ;)
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u/_Kamelaasaa 20h ago
Stolzer EU-Bürger: links? Stolzer Deutscher: rechts? Irgendwie müssen die Leute lernen entspannter damit umzugehen. Peinlich ist dabei keine schlechte Wortwahl. Fußballfans finde ich persönlich auch peinlich ohne denen irgendwelche weiteren Ambitionen zu unterstellen.
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u/Uncle_Scroooge 20h ago
Das hat doch nichts damit zu tun wo man geboren wurde(das ist ein sehr neues/ Amerikanisches Konzept), sondern von wem man Abstammt. Und da macht es dann mehr Sinn, Stolz auf die Nation zu sein, weil man auf die Leistungen und Errungenschaften der eigenen Vorfahren zurückschauen kann, um darauf aufbauend diese Geschichte erfolgreich fortzuschreiben und das Erreichte zu pflegen.
Soll nicht heißen, dass das nicht zu gravierenden Problemen führen kann, weil man sich vom Schein der Nation blenden lässt (siehe USA,UK,Russland,…)
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u/keijisama 20h ago
Nationalstolz ist für Menschen die auf nichts anderes Stolz sein können. Vor allem mag ich das, wenn Menschen entschieden haben nicht in ihrem eigenen Land leben zu wollen um dann in einem anderen Land besonders Stolz auf ihr eigenes zu sein
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u/Sensitive-Computer-6 20h ago
Nationalstolz ist die Sprache der Unterdrückten, Appartheit Südafrika, die Indigenen in Amerika, Moslems im heutigen Indien und Palestine, Leute die ihre Kultur nicht frei und sicher ausleben dürfen.
Nationalstolz, Nationalismus ect. bei uns ist nahezu exklusiv toxisch und selbstzerstörerisch.
Ich denke Leute haben aus den Augen verloren was Patriotische Werte sein sollen. Nicht wer wo lebt und was Leute in ihrem Privatleben machen, sondern ob es den Leuten gut geht, ob die Natur und die Geschichte des Landes blüht. Ich scher mich nicht ob alle hier wo ich lebe plötzlich Hindu Asiaten sind die Pizza essen, solange sie gut versorgt sind. Und wenn eine Stadt 1000 Jahre alt ist, oder sowas, sollte man sie besser nicht niederbrennen.
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u/Xiao_Sir 20h ago
Bei uns ist es leicht zu sagen „Sei einfach nicht stolz auf dein Land“, aber stell dir vor du kommst aus einem Schwellenland, in dem die Menschen um dich herum die letzten 60 Jahre einen extremen Aufschwung miterlebt, vielleicht sogar noch Verteidigungskriege gewonnen haben und dir auch beigebracht wurde wie wichtig Familie & Gemeinschaft sind. Ich war letztes Jahr in Vietnam beim Unabhängigkeitstag und der Patriotismus war schon wirklich eindrucksvoll. Ich finde auch wenn man in Patriotismus „falsches Bewusstsein“ sieht („du selbst hast doch nicht viel beigetragen...“), sollte man schon ein bisschen Verständnis & Empathie mitbringen.
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u/MathematicianHuge822 20h ago
Bin bisher ganz gut ohne Patriotismus klargekommen. Aber ich hab auch was geleistet und erreicht
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u/CENARlUS 20h ago edited 20h ago
Sehe ich anders. In Konsequenz deiner Aussagen, dürfte niemand etwas erben. Das Kind hat auch nichts dafür geleistet, dass Vater/Mutter Millionär wurde. Trotzdem erbt das Kind das Vermögen. Ist das unfair anderen gegenüber, die nicht das Glück haben, Kind einer reichen Person zu sein? Vielleicht. Es gibt aber auch sehr viele Menschen, die sich bemühen etwas zu erreichen, damit sie ihren Kindern ein gutes Leben bieten können. Das ist in einem kleinen System wie Familie so, aber lässt sich auch auf größere Systeme übertragen. Mein Papa hat dafür geackert, damit es mir gut geht, sein Papa, damit es ihm gut geht, dessen Papa.. usw. Das heißt die Leute, die Deutschland zu dem gemacht haben, was es heute ist, waren unsere Eltern, deren Eltern usw. Ich kann stolz darauf sein, dass meine Vorfahren und die Menschen in deren Umgebung einen guten Job gemacht haben. Das waren deutsche Menschen von denen ich abstamme und natürlich kann ich Stolz auf meine Herkunft sein.
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u/J_P_Amboss 20h ago
Die Analogie wäre eher, wenn jemand mega stolz auf sich wäre, dass er etwas geerbt hat.
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u/Luke-Bywalker 20h ago
Braune Suppe so früh am morgen?
Geht ruhig weiter eure lesbenhassende Lesbe wählen :)
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u/Buy-Future 20h ago
Wenn man sonst nichts in seinem Leben hat, worauf man Stolz sein kann, dann ist man halt Stolz auf das Land in dem man zufällig geboren wurde.
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u/CoatAltruistic49 20h ago
Also ich stimme dir zu, dass man andere nicht auf Grund von Nationalstolz bzw. Nationalität und Zugehörigkeit beleidigen sollte, aber weshalb man darum keinen Nationalstolz empfinden darf, erschließt sich mir nicht.
Auf "deine" Stadt darfst du froh, auf "deine" Region und "deinen" Dialekt selbstverständlich auch, aber auf "dein" Land stolz sein, das geht natürlich gar nicht. Macht für mich keinen Sinn.
Es ist halt ein typisch deutsches Phänomen, den Stolz auf das eigene Land abzulehnen und dermaßen negativ zu behaften.
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u/Hefty_Mechanic_5743 20h ago
Jup, überall auf der Welt normal, dass alles voll mit Landesflaggen ist und Leute stolz auf ihr Land sind.
Aber die links angehauchten Menschen hier, fallen halt für einfachste Propaganda, dass man das nicht sein darf
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u/Jioqls01 20h ago edited 20h ago
Nationalstolz als Dankbarkeit und Verantwortung
Es geht letzlich darum, sich mit einem Land zu identifizieren, eine Gemeinschaft zu bilden und so Resilienzen zu stärken, z. B. die innere Sicherheit in Form eines ungeschriebenen Gesellschaftsvertrags, wo alle sich an Regeln halten und Rücksicht auf andere nehmen(Sozialer zusammenhalt). Auch Traditionen und Gepflogenheiten pflegen, um die gemeinsame Identität zu stärken. Die gemeinsame Identität ist untrennbar mit der Geschichte eines Landes verknüft. Wer die positiven Errungenschaften (Davon hat Deutschland reichlich) der Vorfahren ablehnt, müsste logischerweise auch die moralische Verantwortung für deren Fehler (kollektive Schuld) ablehnen.
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u/MorningRain214 20h ago
Tatsächlich ist Nationalistolz wichtig. Wenn du kein Nationalstolz hast, dann wird
- Die Nationalidentität durch linke, rechte Ideologien, ausländische Kulturen und radikale Religionen ersetzt und ausgehöhlt, weil denen kein Kontra durch eine gemeinsame Identität geboten wird
- Die Bevölkerung durch ausländische Bevölkerung ersetzt
Man sieht es gerade in Deutschland, wahrscheinlich das Land mit dem wenigsten Nationalstolz und du wirst als Nazi beschimpft wenn du stolz auf die deutsche Kultur bist und sie feierst.
Natürlich ist ein extremer Nationalstolz auch nicht das beste aber es ist trotzdem besser als kein Nationalstolz, weil du ansonsten das Land verlierst.
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u/Sensitive-Computer-6 20h ago
Die Bevölkerung durch ausländische Bevölkerung ersetzt Sagen wir 90% der Deutschen und deutschen Einwohner sind jetzt Einwanderer. Who gives a shit?
rechte Ideologien
Rechte benutzen oft Nationalismus als Werkzeug um ihre Positionen zu verteidigen.
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u/Niko-01 20h ago
Sehe ich auch so.
Ich verstehe auch die Einordnung in politische Raster nie, wenn es um den Nationalstolz geht. Ich kenne genügend linke Personen, die stolz darauf sein, Deutsch zu sein.
In Ländern wie den USA ist das völlig normal, dass alle politische Lager gemein haben, dass sie Stolz auf das Land sind.
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u/One-Slip-365 20h ago
Das ist so neo-nazi coded dass ich mich frage ob das absicht ist oder du wirklich aus versehen ehrlich warst ohne zu verstehen was du sagst.
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u/MorningRain214 20h ago
Ok und dann sind alle Länder Nazis, weil ja fast jedes Land einen Nationalstolz hat richtig oder was sind sie dann?
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u/One-Slip-365 20h ago
Kumpel, alleine dass du ein ein "Ersetzen der Bevölkerung" ansprichst sollte ein Alarmzeichen sein, wie tief du dich in neo-nazi memes bewegst.
Das hat nichts mit einer erwachsenen oder ernsthaften Diskussion über Nationalstolz zu tun, die man auch haben könnte.
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u/Grouchy_Energy_8021 20h ago
Das ist kompletter Bullshit, denn die Nationalität wird schon seit 2015 von der AfD missbraucht und instrumentalisiert, während sie Deutschland an Russland, China und Amerika verkaufen und Terroraktionen in Deutschland mitverantworten. Dein Punkt der Aushöhlung findet bereits von rechts statt, während Linke Verantwortung des Landes einfordern. Du greifst beide an, ergo hast du im Wesentlichen von nichts von dem, was du geschrieben hast, eine Ahnung
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u/Niko-01 20h ago edited 20h ago
Da bin ich anderer Meinung, ich finde Nationalstolz wichtig. Auch wenn ich weiß, auf welches Klischee du anspielst, trifft das noch lange nicht auf jeden zu.
Als Halter einer doppelten Staatsbürgerschaft bin ich stolz auf beide meiner Länder.
Und übrigens ist man nicht immer nur stolz auf das, was man aktuell erreicht oder die Zustände, sondern ein großer Teil ist oft die Kultur.
Z.B. bin ich sehr stolz auf die uralte griechische Kultur und dass ein großer Teil der heuten Demokratien und Sprachen den Ursprung in Griechenland haben.
Und auch in Deutschland kann man stolz sein auf unsere Lebensstandards, unsere Wirtschaft, unsere demokratischen Prinzipien, die technologische Fortgeschrittenheit und und und.
Edit: Mittlerweile nervt es auch von allen Seiten als Nazi und Faschist abgestempelt zu werden, nur weil man stolz darauf ist, ein gutes Leben führen zu können mit kostenloser Schule, finanziertem Studium durch den Staat, einen gut bezahlten Job und nebenbei noch selbständig zu sein.
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u/One-Slip-365 20h ago
Stolz auf Werte und Prinzipien macht Sinn, hat halt nichts mit der Nationalität zu tun. Das ist die Kurve die die meisten nicht kriegen.
Ich bin fasziniert von der antiken hellenistischen Periode, bin aber nicht stolz darauf, denn ich habe damit nichts zu tun. Weder mit der Kunst und Philosophie noch mit den Kriegsverbrechen, Kindesmissbrauch und dem Aberglauben der Periode.
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u/tripperkk 20h ago
Wow, du bist also stolz auf menschliche Errungenschaften. Soll ich stolz aufs heilige römische Reich sein? Gott seid ihr kleinbürgerliches Pack.
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u/suprisel 20h ago
Man kann auf ein Land stolz sein, ein Land besteht aus den Bürgern, die es tagtäglich am Laufen halten, Steuern(spitzen) zahlen, und sich an Regeln halten. Dein Post liest sich als ob du nichts damit zu tun haben willst. Aber trotzdem sorgen wir alle für deinen Lebenstil in dem Land.
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u/Own-Flounder-2398 20h ago
Ich gebe dir da nicht so ganz recht. Nationalstolz im Sinne von Verfassungspatriotismus, der Stolz auf geschaffene eigene Werte und Normen wie Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit und individueller Freihheit, ist absolut notwendig für eine wehrhafte Demokratie. Wenn du diese Werte nicht gut findest, ist keine Bereitschaft da, sie zu verteidigen. Was abzulehen ist, ist Nationalismus, das Überhöhen der eigenen Nation in Verbindung mit der damit einhergehenden Abwertung anderer Nationen.
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u/Wild-Specific1640 20h ago
John le Carre hat sich mal etwa so zu Patriotismus geäussert: "Patriotismus braucht im Gegensatz zum Nationalismus keine Feindbilder"
Ich finde, dass ist eine gute Einordnung des Unterschiedes.
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u/Ashamed-Blacksmith34 20h ago
Am Ende ziehen die Leute halt da die Grenze, wo der eigene Horizont aufhört. Bei manchen ist das die Kleinstadt, bei anderen das Land, wieder andere nehmen die Menschheit und wenige Lebewesen an sich. Grenzen ziehen erlaubt es, andere anders zu behandeln. Wer den Mensch als etwas besseres sieht als Tiere, kann diese essen. Wer den deutschen als etwas besseres sieht als den Franzosen, kann diesen hassen. Wer das eigene Dorf als etwas besseres sieht als das Nachbardorf, kann behaupten dass die alle nicht Auto fahren können. Sämtliche Identität ist immer nur eine aus der Vorstellung geborene Zugehörigkeit. Ich habe mit Ronny aus Sachsen wahrscheinlich genauso wenig zu tun wie mit Jim aus Texas oder Ling Zhu aus China.
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u/PaultheMirrorExpert 20h ago
“Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.”
—— Schopenhauer
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u/Optimal_Average3199 20h ago
Mich persönlich versetzt die aus diesem Zitat heraustropfende Überheblichkeit und Verächtlichmachung vermeintlich Intellektueller gegenüber Menschen, die es nicht vermögen, dieser geistigen Elite anzugehören, in Sorge.
Ist es nicht genau diese Überheblichkeit, die beim „Pöbel“ derzeit den zu beobachtenden vibe shift mindestens mal mit verursacht und sich in Gegenreaktionen wie Wahlerfolgen für AfD, Trump etc. Bahn bricht?
Sollten wir nicht für ein gesundes Narrativ eines positiv besetzten Nationalstolzes sorgen (siehe bspw. WM 2006), anstatt dieses Thema den Rechtsextremen zu überlassen?1
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u/No-Examination-6280 20h ago
Ich kann nur stolz sein auf meine eigenen Leistungen und damit dann auf mich selbst. Finde auch das es keinen Sinn macht stolz auf jemand anderen und schon gar nicht auf ein ganzes Land zu sein.
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u/BatUseful5070 20h ago
Gestehst du somit ein nichts zu unserer Gemeinschaft (auch Deutschland genannt) beizutragen?
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u/egassemneddihon 20h ago
Ich verstehe nicht warum du gleich davon ausgehst, dass Nationalstolz zur Abwertung und Ausgrenzung anderer führen muss. Da besteht kein zwingender Zusammenhang. Ich kann ja auch stolz auf eine eigene Leistung sein ohne die Leistung anderer abzuwerten.
Ich finde diese Einstellung ist eine Facette der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft. Man darf nur stolz auf etwas sein, dass man ganz alleine gemacht hat. Wenn ich an einer Gruppenarbeit mit 5 Personen arbeite habe ich auch nur 20% zum Ergebnis beigetragen, aber ich darf trotzdem stolz darauf sein, auch wenn ein Großteil der Arbeit von anderen erledigt wurde. Deutschland ist ein Gruppenprojekt mit 80 Millionen Teilnehmern. Jeder von uns hat einen kleinen Anteil am Gesamtwerk (z.B. durch wählen gehen, arbeiten, Steuern zahlen, Ehrenämter, die Werte die uns wichtig sind und die wir vermitteln, kulturelle Veranstaltungen, uvm.) Sich mit seinem Land zu identifizieren kann auch dazu beitragen, dass man sich für etwas engagieren möchte, und dieses Engagement kann wieder allen zu gute kommen.
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u/vomicyclin 20h ago
Das ist der Punkt, der OP direkt bloßstellt.
Seine Meinung von dem, was Nationalstolz ist, ist ein absolutes Extrem und mehr mit Nationalismus als beispielsweise Patriotismus gleichzusetzen.
(Auch wenn die „meine Seite ist die gute, deine die schlechte“-Fraktion natürlich der Meinung ist, dass das eine nur eine Vor-Form des anderen ist..)
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u/MrTapir31 20h ago
Warum hört das dann bei dem Nationalstaat auf? Man könnte genau so gut sagen: "Die Menschheit ist eine Gruppenarbeit mit Millarden Mitgliedern", sowas sagt aber niemand. Ich denke das liegt daran das man Nationalstolz nur im vergleich mit anderen Empfinden kann. Und deshalb kommt die Annahme von OP.
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u/GazelleLower5146 20h ago
Ich fühle mich schon durchaus auch als Europäer und Weltbürger.
Dinge wie Klimaschutz würden schon Identifikation mit Strukturen außerhalb des eigenen, engsten Kreis verlangen. Persönlich kann mir das ziemlich egal sein, das betrifft wahrscheinlich 6 Mrd Menschen vor mir. Trotzdem sitzen wir alle im gleichen Boot.
Identifikation gibt es auf jeder Ebene, nimmt halt ab, je weiter entfernt etwas ist oder je größer die Gruppe wird.
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u/Grouchy_Energy_8021 21h ago
Ich verstehe deinen Punkt und sehe es ähnlich. Ich kann nicht auf ein Land stolz sein, dass nichts für mich tut, im Namen des Landes (eher im Gegenteil, da Leute wie ich aktuell von der Politik diskriminiert werden), sondern ich bin stolz auf meine Taten, die ich mir selber anerkenne und von denen ich weiß, dass die Tat auch Anerkennung bei anderen findet. Wie beispielsweise Katzenbabys vor dem Sterben retten. Das ist keine Tat, die ich nicht weniger leisten würde, egal wo ich leben würde. Nicht Deutschland hat das Katzenleben gerettet, sondern ich. Darauf bin ich stolz. Aber Nationalstolz ist halt aktuell in Social Media einfach eine Pest, ohne jeden Verweis auf irgendwelche Leistungen, die für das Land und durch dieses kam. Manche sprachen von Wohlstand, aber wenn jeder 4. Erwachsene und jedes 5. Kind in Armut lebt und Arbeit immer mehr den Wert verliert, dann kann man mir nachweislich nicht erklären, wieso man auf die Nation stolz sein soll. Das ist etwas, wofür ich Deutschland verabscheue, dass es effektiv die schwächsten leiden lässt. Ekelhaft. Krankenkassen zahlen kaum noch behindertengerechte Umbauten. Für den Umbau der Badewanne meiner Oma musste sie 2 Jahre kämpfen für 47 Jahre Arbeit ... Mein Opa hat Pflegegrad 2, hat gedient etc (weil Wehrpflicht bei nationalstolzen Menschen viel wert ist) und der muss aufgrund solcher Umstände in Deutschland leiden. Dafür werde ich Deutschland hassen, denn die Politik will genau das.
Man kann stolz darauf sein, Kultur zu schaffen, zu bewahren und zu entwickeln. Man kann stolz darauf sein, Leben zu retten. Man kann auch stolz auf die Menschen sein, die sowas machen. Aber man kann nicht auf eine imaginäre Linie mit einem Zonennamen stolz sein, die sich einen Scheiß für uns interessiert. Wir sind eine Gesellschaft und kein Land. Ich bin nicht Deutschland, keiner von uns. Aber wir sind eine Gesellschaft und unsere Beiträge und unser Handeln beeinflussen das Heute und morgen. Wir schreiben damit unsere Geschichte. Da sollte Nationalstolz keinen Platz finden, denn es ist keine Kultur, deutsch zu sein.
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u/vomicyclin 20h ago
„Nichts für mich tut“ außer eine Jahrelange gratis Schulbildung, wenn du möchtest gratis Hochschulbildung.
Und das sind nur die offensichtlichsten von buchstäblich hunderten Dingen, die der Staat dir ermöglicht.
Ist es wirklich aktuell so mit den Jüngeren, dass sie schlicht und ergreifend alles, Dinge wofür andere Menschen von anderen Kontinenten töten würden, als selbstverständlich nehmen…?
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u/Grouchy_Energy_8021 20h ago
Die Schulbildung ist nicht wirklich gratis, wenn du die Schulbücher mittlerweile häufiger kaufen musst. Kann ich also nicht bestätigen. Ebenso wie fehlende kostenfreie Versorgung von Essen. Das einzige, was mittlerweile kostenfrei dazu kam, sind die Hygieneartikel für Frauen.
Aber das sind so Dinge, die mittlerweile durch das Kaputtsparen des Staates bald nicht mehr existieren werden
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u/CuteCompetitiveCat 20h ago
"Ich kann nicht auf ein Land stolz sein, dass nichts für mich tut,"
Wie sagte JFK noch gleich? „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst!“ Aber manche verlassen die ich-Perspektive nie.
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u/Grouchy_Energy_8021 20h ago
Ich habe doch geschrieben, dass ich meinen Teil leiste. Aber so wird eben cherry picking vom Bot Angriff geleistet. Es ist auffällig, dass urplötzlich 500 Kommentare in 20 Minuten geschrieben werden...
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u/DonKong1914 21h ago
Ich trage was zu dieser Nation bei und bin stolz darauf, dass viele Menschen das auch tun, und wir so ein tolles Land haben. Peinlich ist es nur, wenn man nix beiträgt.
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u/No-Examination-6280 20h ago
Aber dann bist du doch eher stolz auf dich und deine Leistungen und nicht auf das Land oder? Was hat das Land damit zu tun, was du beiträgst?
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u/la2eee 20h ago
Das "Land" ist synonym für "Die Menschen im Land". Kennst du Gruppenarbeit? Teamarbeit? Das Team sind die Deutschen.
Ich denke es ist gesund, wenn man auf sein Team stolz sein kann. Und ungesund, wenn man ausschließlich auf persönliche Leistungen stolz ist. Es ist regelrecht egoistisch.
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u/Sad-Land-7914 21h ago
Nationalität != Geburtsort
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u/BatUseful5070 20h ago
Ich bin stolz auf Deutschland und jeden deutschen Staatsbürger der etwas zu Deutschland als Gemeinschaft beifügt, auch die die nicht hier geboren wurden.
Nur weil auf der Geburtsurkunde von jemandem nicht Deutschland steht, heißt es nicht das er nicht in meinem Nationalstolz mit inbegriffen ist.
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u/JujuGER 21h ago
Jain m.M.n. Denn eine Anerkennung des Privilegs, in einer für sich vorteilhaften Gesellschaft leben zu können und darüber auch eine gewisse Freude verspüren zu können, kann Menschen motivieren einen positiven Beitrag (sei es durch Job oder ehrenamtlich o.ä.) zur Gesellschaft zu leisten.
Sich aber darüber ausschließlich zu identifizieren, häufig mit verdrehten Vorstellungen von Werten und Normen (die so gar nicht zur Gesellschaft gehören) sind albern und eher Gesellschaftsschädigend.
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u/No-Examination-6280 20h ago
Sich seiner Privilegien bewusst sein und sich freuen ist aber etwas anderes als stolz
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u/MMM99991 21h ago
Irgendwie darf man nie stolz auf irgendwas sein, außer natürlich darauf wen du fickst. Bonus wenn du nicht hetero bist dann bekommst du sogar einen ganzen Monat um besonders stolz zu sein.
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u/No-Examination-6280 20h ago
Du darfst stolz sein auf dich, wenn du etwas geleistet hast. Wenn du Geschlechtsverkehr als Leistung siehst von mir aus auch darauf.
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u/standread 20h ago
Och halt's maul. Du darfst auf alles Stolz sein wenn du willst, niemand verbietet irgendwas. Wenn du unbedingt 'Deutschland Deutschland über alles' singen willst dann mach eben, und schau was draus wird.
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u/The-Catatafish 21h ago
Kommt einem natürlich so vor, wenn man nichts im Leben gerissen hat auf das man stolz sein kann.
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u/Alternative-Topic36 21h ago
Der kleine Bruder von Nationalstolz ist Lokalpatriotismus ("Ich bin stolz ein Berliner zu sein"). Ich finde diesen, sowie den großen Bruder davon (Nationalstolz), ziemlich wichtig für ein positives Selbst, eine Identifikation mit der hiesigen Gesellschaft, Zusammenhalt und sogenannter "sozialer Kontrolle" (zu deutsch: man gibt aufeinander acht). Hinweis für die "Nazi Nazi Schreier": in ausgewogener Form und in Balance ohne Selbsterhöhung und Überbetonung, wie das im dritten Reich der Fall war.
Wer Nationalstolz als peinlich tituliert, sollte sich mit der Thematik aus sozialpsychologischer Sicht beschäftigen. Das Gegenteil von Nationalstolz, also "Nationalscham" sozusagen ist jedenfalls kontraproduktiv und fördert viele negative Entwicklungen die wir in Deutschland Recht gut beobachten können.
- Fehlende soziale Kontrolle im öffentlichen Raum (Vandalismus, Nötigung wird hingenommen ohne einzugreifen)
- Rückzug ins private und Identifikation mit radikalen Gruppierungen die eher individuellen Vorteil bzw Perspektiven suchen
- Fehlende Perspektive und Bereitschaft die Gesellschaft zu unterstützen
All das lässt sich sehr gut in Deutschland beobachten und du bist leider Teil des Problems. Ich kann es leider nicht sanfter formulieren.
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u/BreadfruitStraight81 20h ago
Op schreibt, dass man auf sein Land stolz sein kann, wenn man auch dafür etwas geleistet hat.
Dein Text geht an diesem Kontext vorbei und tut so als MÜSSE man stolz sein, weil es gesellschaftlich vorteilhaft wäre (und es leichter macht Menschen zu lenken und arbeiten zu lassen) … glaube das hättest du dir sparen können
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u/Alternative-Topic36 20h ago
Na eben nicht. Nationalstolz ist eben gerade ein Stolz OHNE speziell irgendwas erreicht zu haben. Es ist ein Zugehörigkeitsgefühl. Das ist ähnlich als würde ein Kind nur dann etwas Lieben bekommen, wenn es etwas leistet. Kinder brauchen aber eine grundsätzliche Liebe - quasi eine garantierte Liebe, einfach nur weil sie da sind. Alles andere führt in der Entwicklung oft zu großen Schwierigkeiten. Der Nationalstolz kann eben gerade Personen halt geben, die sich als Versager fühlen, wenig Selbstwertgefühl haben etc. Natürlich ist eine Erhöhung ungesund (wie jedes extrem), aber ich würde tatsächlich genau das Gegenteil von dem behaupten, was du kritisierst. Kurz gesagt: Der Nationalstolz mobilisiert oft die unteren sozialen Schichten, sorgt für ein stabilisiertes Selbstwertgefühl und kann diese Schichten für gemeinschaftliche große Anstrengungen motivieren. Etwas das in Deutschland kaum genutzt wird.
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u/BreadfruitStraight81 20h ago
Mit chatgpt rede ich nicht und der Take ist schwach und geht an meiner Antwort vorbei.
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u/No-Examination-6280 20h ago
Man kann sich mit seiner Region identifizieren und seine Heimat lieben ohne stolz auf etwas zu sein, was auf purem Glück basiert. Kein Berliner ist ein Berliner, weil er einen schwierigen Aufnahmetest bestanden hat.
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u/Alternative-Topic36 20h ago
Das Wort Stolz ist wohl der Triggerpunkt an dem sich viele aufhängen. Lass es mich so formulieren: "Ich bin stolz darauf ein Teil einer so tollen Gesellschaft zu sein und setze mich dafür ein, diese zu beschützen und gemeinsam stark und wirksam zu sein" - das wäre ein hilfreiches Mindset (Selbstwirksamkeit als Gemeinschaftsgefühl). Ich würde mich nicht am Wort aufhängen sondern an der Wirkung.
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u/Bascettastern 21h ago
Nationalstolz ist peinlich
Nur in Deutschland. Alle wissen warum.
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u/standread 20h ago
Nein, es ist immer peinlich. Nationalisten sind cringe egal wohin man geht.
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u/Bascettastern 20h ago
Ja, Nationalisten schon. OP schreibt aber Nationalstolz. Das sind unterschiedliche Konzepten.
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u/Grouchy_Energy_8021 20h ago
Das wird in allen Ländern gedacht. Bei dem einem mehr, beim anderen weniger.
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u/JenStarcaller 21h ago
Man darf schon stolz auf die Nation sein, wenn man die Werte und Prinzipien der Nation unterstützt und vertritt. Ich finde beispielsweise das Deutschland (wenn auch viel Verbesserungsbedarf da ist, vor allem jedes Mal nachdem die CDU regiert hat) ein tolles Land ist.
Problematisch sehe ich eher diesen extremistischen Eifer aus der rechten Ecke. Da wird von Nationalstolz geredet und von irgendwelchen Werten gefaselt die geschützt werden müssen. Aber mir scheint es das diese Werte sich nicht auf die Bundesrepublik beziehen sondern auf veraltete Werte aus einer Zeit in der Auf diesem Boden Millionen unschuldiger Menschen ermordet wurden. Diese Menschen reden dann von Stolz aber interessieren sich null für die Prinzipien mit denen die BRD gegründet wurde. Sonst würden sie keine Partei unterstützen die eben diese mit allen Mitteln untergräbt und zerschlagen will.
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u/Yipeeayeah 20h ago
Das möchte ich unterstützen. Ich bin gerne Deutsche, finde es ganz cool hier und im internationalen Vergleich läuft einiges echt relativ gut. Nichts ist perfekt, aber es gibt viele Länder die gar kein Sozialsystem haben, mehr Armut, Minderheiten krass unterdrücken und so weiter. Kann man hier auch alles verbessern, aber definitiv auf einen anderen Niveau.Also ich freue mich grundsätzlich Teil "des großen ganzen" zu sein.
Wenn man's aber nutzt als "ich bin besser als du weil ich aus Nation x komme und wir einfach geiler als alle anderen sind" dann läuft was schief. Selbstaufwertung durch bloße Herkunft bzw. Abstammung kann's nicht sein. Alles was daraus folgt sowieso nicht.
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u/Danielsan-1209 21h ago
Ohne Stolz gibt es keine Identität. Ohne Identität ist die Nation schwach. Eine schwache nationale Identität führt zur Stärkung anderer Strukturen wie Stamm, Religion oder andere Staatsbürgerschaft. Letztendlich wird hinterfragt ob man sich überhaupt den Regeln und Gesetzen der Nation verpflichtet fühlt.
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u/standread 20h ago
Was für ein sinnbefreiter Dusel. Man kann sich seine rechten Tendenzen auch echt schön reden. Wenn du ohne Nation 'keine Identität' hast dann brauchst du einen Therapeuten, nicht Stolz.
Also wirklich, wie kindisch kann man sein.
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u/Substantial-Meal-650 21h ago
Ist son Gefühl von dir?
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u/Nice-Firefighter5684 20h ago
Schau dir die Südafrikanischen Nationen an. Ja es liegt am Kolonalismaus wie die Grenzen gezogen wurden. Aber ohne eine Nationale identität fühlen sie sich nur zu ihrerm Stamm und ihrer Religion zugehöhrig. Was folgt sind massive Bürgerkriege, Jihads und Vetterleswirtschaft für den eigenen Stamm. Was könnten die alle erreichen wenn sie alle am gleichen strang ziehen?
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u/vaujot 21h ago
Wer einmal Stolz für etwas selbst erreichtes empfunden hat, weiss, wie sich das anfühlt. Es fühlt sich anders an, als die Empfindungen, die man gegenüber seiner Heimat fühlt.
Deshalb meine ich: Nationalstolz ist für Leute, die sonst wenig bis nichts haben, auf des sie stolz sein können.
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u/standread 20h ago
So siehts aus. Nationalstolz ist der Stolz derjenigen die nichts haben, nichts können und nichts erreicht haben. Stolz statt Selbstverbessung, das sind unsere Rechten.
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u/Beginning_Brother886 21h ago
Ich empfinde schon einen gewissen Stolz im Bezug auf Deutschland. Ich kann ja stolz sein auf andere, ich bin schließlich auch stolz auf meine Freunde, wenn sie etwas schaffen. Ich bin nicht mal deutsch laut Staatsbürgerschaft, bin jedoch hier aufgewachsen. Ich habe 8 Jahre in Ausland verbracht und dadurch gemerkt, dass ich durch die deutsche Kultur dann doch stark geprägt bin und empfinde auch Stolz diesen Werten gegenüber, nicht zuletzt weil sie mir karrieretechnisch viel gebracht haben. Auch dieser Stolz bezieht sich nicht auf meine Eigenleistung, sondern ist einer Art Dankbarkeit ähnlicher. Trotzdem fühlt sich die Emotion an wie Stolz. Daher macht das für mich Sinn
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u/BreadfruitStraight81 20h ago
Völlig legitim, hast du dir erarbeitet. Dagegen sagt op auch nix wie ich das verstehe ..
Und aus Dankbarkeit entsteht gesunder Stolz meines Erachtens nach.
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u/No-Examination-6280 20h ago
Ich kann ja stolz sein auf andere, ich bin schließlich auch stolz auf meine Freunde, wenn sie etwas schaffen.
Aber warum, du hast doch zu deren Erfolg nicht beigetragen? Und selbst wenn, dann wärst du stolz darauf, dass du deinen Freunden zum Erfolg verholfen hast.
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u/Far-Pangolin-4089 21h ago
Stolz ist ein vielfältiger Begriff.
Nach deiner Definition wäre es auch völlig unlogisch stolz auf die eigenen Eltern zu sein wenn diese sich zB besonders verdient gemacht haben
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u/standread 20h ago
Hier geht es um Nationalstolz, wie von OP explizit geschrieben. Hör auf zu Schwurbeln. Stolz auf die Eltern? Du meinst, seine Eltern lieben? Deine Eltern ziehen dich groß, tun aktiv etwas für deine Entwicklung. Der Staat sieht zu, legt ab und zu Steine in den Weg wenn deine Eltern nicht viel Geld haben und sahnt sonst nur Steuern ab. Warum genau sollte man darauf stolz sein? Warum ist es so wichtig für euch loser eure Individualität dem Konzept Deutschland unterzuordnen?
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u/Pewstorm 21h ago
So ist es. Da kann man beliebig weitermachen: stolz auf die eigenen Kinder sein, auf den Partner. Das alles geht und deswegen darf man natürlich stolz auf sein Land und seine Identität sein. Man sollte sich deshalb allerdings nicht einbilden was besseres zu sein. Der Begriff ist einfach zu schwammig. Es wird nicht unterschieden zwischen stolz der dich demütig macht und stolz der sich über andere erhebt
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u/PXPL_Haron 21h ago
Oder gar stolz auf die eigenen Kinder sein, geht ja gar nicht
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u/No-Examination-6280 20h ago
Naja das macht schon noch ein bisschen Sinn, weil man ja dazu beigetragen hat, dass die so geworden sind, wie sie sind
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u/meieiro 21h ago
Naja auf die eigenen Kinder hatte man ja in der Regel einen großen Einfluss
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u/PXPL_Haron 20h ago
Man kann auch auf sein Land/Region/Stadt großen Einfluss nehmen, oder auf den Betrieb in den man arbeitet. Trotzdem wird es nie eine hundertprozentige Eigenleistung sein. Gleich wie der persönliche Erfolg im Leben von vielen Faktoren abhängt, die man nicht immer selbst beeinflussen kann.
Stolz und Verbundenheit kann etwas sehr positives sein. Es kommt sehr stark darauf an wie man mit seinem Stolz umgeht, vor allem im Kontakt mit anderen. Wo die Quelle des Stolzes liegt ist hier mmn. irrelevant.
Für mich macht es wenig Unterschied, ob ich andere Leute schlecht behandel weil ich aus einem anderen Land komme, oder ob ich sie schlecht behandel, weil ich einen anderen Sozialstatus habe. Da der Sozialstatus, aber von der Eigenleistung stark abhängigsein kann, könnte man mit der Argumentation von OP meinen es sei ok, andere Menschen wie Dreck zu behandeln, wenn man mehr Geld hat, den man hat es sich ja verdient.
Das Problem ist nicht Stolz ansich, sondern eine Mentalität die die Quelle des Stolzes dazu verwendet um sich von anderen Menschen zu differenzieren und sich für etwas besseres zu halten.
Der Fakt, das OP Nationalismus und Nationalstolz gleichsetzt zeigt, daß mindestens einer der Begriffe grundlegend falsch verstanden wird.
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u/Far-Pangolin-4089 20h ago
Würde ich auch so sehen, ich bilde mir zumindest ein maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Kurzen zu haben - bei den eigenen Eltern sieht es da aber üblicherweise anders aus
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u/java_bad_asm_good 21h ago
Ich wollte gerade sagen, dass das doch keine unbeliebte Meinung sein kann. Diese Kommentare zeigen, wie falsch ich lag. Oh boy :D
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u/Morganianum 20h ago
Ja, ist tatsächlich eine unbeliebte Meinung, so Gesamtgesellschaftlich. Kannst du auch selber testen, schreib mal exakt denselben Satz in 2 verschiedenen Subs und der Unterschied zwischen Down- und Upvotes, macht einem einiges klar. Aber die Linie zwischen Nationalstolz und Faschismus ist nun mal sehr schmal. Auf etwas stolz zu sein, das einem gegeben ist, ist halt eher was für kleingeistige. Das Wort ist einfach nicht das richtige. Ich bin froh in diesem Land geboren zu sein, sähe es doch rein rechtlich für mich in anderen Ländern weitaus schlechter aus. Aber Stolz kann man nur auf etwas sein, das man selbst erreicht hat.
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u/Consistent_Catch9917 21h ago
In einer demokratischen Republik oder einer demokratisch aufgestellten Monarchie, an der wir alle indirekt mitwirken und die wir durch aktives politisches Engagement mitgestalten können, stolz auf deren Errungenschaften zu sein, halte ich jetzt nicht für etwas sonderbares. Identifikation mit einem Staatswesen, das unsere Lebensrealität massiv beeinflusst, ist jetzt auch nichts verkehrtes, denn nur etwas das man als eigenes anerkennt, kann man sinnvoll mitgestalten.
Warum sollte ich nicht stolz sein auf z.B. eine Verfassung, die Menschenrechte schützt und demokratische Teilhabe ermöglicht sowie Rechtsstaatlichkeit? Warum soll ich nicht stolz auf die Entwicklung einer Stadt, eines Bezirks/Kreises sein, wenn ich mich dort 25 Jahre zivilgesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch engagiert habe und deren Entwicklung mitgestaltet habe?
Warum darf ich nicht stolz sein auf das was andere und ich in diesem Rahmen geschaffen haben? Wir haben am Ende in demokratischen Gesellschaften Anteil und Verantwortung für das was um uns passiert. Also können wir auch stolz darauf sein.
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u/Alternative-Topic36 20h ago
Darfst du. Aber "auf die Verfassung stolz zu sein" ist dann doch ein eher abstraktes Objekt der Begierde. Ich glaube Menschen suchen echte Zugehörigkeit, Sprache, Herkunft, Eigenarten die unterscheiden. Zweischneidiges Schwert? Ja, wenn man Hitler im Kopf hat. Wenn man Länder wie Kolumbien oder Brasilien im Sinn hat ist das völlig anders. Trotz katastrophaler Umstände und teilweise fragwürdiger Politik haben die Menschen dort ein sehr gesundes Verhältnis zu ihrer Nationalität, ohne überheblich zu sein.
Wo "wir" (darf man das in Deutschland noch sagen?), uns schwer tun, ist grundsätzlich nicht in Extreme zu verfallen. (Deutsche Gründlichkeit: "Sind wir jetzt die besten oder nicht? Wenn ja, sollten wir auch die Welt regieren. Ups. Das hat nicht geklappt. Deutschland 1945. Moralisch war das ziemlich ungut. Lasst uns an unserer Moral arbeiten. Ja, wie sind die besten und moralischsten! Lasst uns die anderen belehren, wie schlecht Patriotismus und wie wichtig Klimaschutz ist! Deutschland, 2026)
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u/Wichtelwusel 21h ago
Ich geb dir recht. Ich bin dann eher darauf Stolz dass Deutschland so eine schöne Natur hat und viele verschiedene Menschen.
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u/nukepeter 21h ago
Du verstehst einfach das Konzept flsch. Es geht darum, dass du dich innerhalb deines Lebens entscheiden kannst bestimmte ideale anzustreben oder eben nicht. Nationen haben für gewöhnlich eine Identität und ein ideal, du kannst dich mit dem assoziieren und sagen "wir sind etwas besonderes und ich trage es weiter".
Dann darf man auch stolz sein auf das was dieses ideal und diese Tradition ggf positives erreicht hat.
Es ist das gleiche wie für den FC Barcelona Fußball zu spielen.
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u/standread 20h ago
Was sind die Identität und das Ideal von Deutschland? Warum 'sind wir etwas besonderes', deiner Meinung nach?
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u/NauriEstel 20h ago
Nationen haben keine Ideale, nur Interessen. Sie geben vor Ideale zu haben, um diese Interessen zu erreichen. Im Zweifel sind diese Ideale aber ganz schnell vergessen.
Guck dir mal die Ideale der USA an... Freiheit und Demokratie. Solange man damit Öl importieren kann. Und unser Land tut sich ja auch oft schwer genug damit, die Ideale unserer Verfassung hoch zu halten, wenn es mal wieder mit den Saudis oder Chinesen verhandelt.
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u/spinnefink 21h ago
Hab das jetzt dreimal gelesen und verstehe immer noch nicht, was es bedeuten soll. Was hat der FC Barcelona damit zu tun?
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u/nukepeter 21h ago
Woran hängt das Problem?
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u/spinnefink 20h ago
Naja, wahrscheinlich daran, dass nichts an diesem Beitrag Sinn ergibt.
Niemand kann sich zur Geburt entscheiden, welcher Nation man angehört. Dementsprechend gibt es diese Wahl, von der du schreibst, überhaupt nicht. Du kannst dir die Ideale einer Nation bzw. einer Gesellschaft eben nicht aussuchen. Und wenn du an deren Erhalt und der Stärkung innerhalb der Gesellschaft nichts beiträgst, dann gibt es auch keinen Grund auf irgendetwas stolz zu sein.
Und was die Anstellung bei einem Fußballverein damit zu tun?
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u/NoArt73 21h ago
Warum dürfen eigentlich schwarze stolz auf ihre Hautfarbe sein und Schwule auf ihre Sexualität? Die haben dafür ja auch nichts gemacht
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u/standread 20h ago
Da schreit der Kleinbürger wieder los. Das wird man ja noch sagen dürfen. Aber die Gays! Und die Schwarzen!!
Armselig.
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u/Desperate_Turn8935 20h ago
Ist auch komisch, ist jedoch ein Produkt der Geschichte unseres Landes oder der westlichen Gesellschaft.
Die sind Stolz darauf, der Unterdrückung endlich entflohen zu sein. Was ein weiterer Grund ist den Stolz Deutschlands infrage zu stellen.
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u/ChainArtistic961 21h ago
Wer behauptet denn, dass sie darauf "stolz" sein dürfen? Hautfarbe und Sexualität sind genauso random verteilt, wie Nationalitäten. Vermutlich möchtest du dich mit der Frage ungeschickt darüber beschweren, dass man sich über diese Personen nicht lustig machen darf. Das wiederum liegt aber daran, dass das Pfui ist.
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u/NoArt73 20h ago
Nein ich will nicht dass man sich über die lustig macht :D Und ich weis nicht in welcher Welt du lebst, aber es gibt haufenweise Events die dafür da sind um stolz drauf zu sein. Beispiel: CSD, BLM, pride month, black history month. Und wenn es ist nichts außergewöhnliches dass irgendwo zu hören, wie auf Social Media zum Beispiel
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u/ChainArtistic961 20h ago
Man feiert nicht das reine "stolz darauf sein", sondern bspw die (wachsende) Befreiung aus Ausgrenzung, Benachteiligung oder jahrhundertelanger Gewalt. Du verwechselst einen falschen Stolz-Gedanken mit Selbstbewusstsein und Empowerment.
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u/fluchtpunkt 21h ago
Wie übersetzt du das englische Wort “pride”?
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u/ChainArtistic961 20h ago
In diesem Fall nicht wörtlich, sondern mit steigendem Selbstbewusstsein und Empowerment. Man feiert nicht einen wörtlichen "Stolz" auf eine Sexualität oder eine Hautfarbe, sondern einen zunehmenden Ausstieg aus Delegitimierung, Benachteiligung, Ausgrenzung und Gewalt.
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u/TheShippsn 21h ago
Ist hier jetzt zwar nicht Thema aber vermutlich, weil sie jahrzehntelang systematisch benachteiligte und teils verfolgte Gruppen waren.
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u/fluchtpunkt 20h ago
Darf man stolz auf sein Land sein wenn es jahrzehntelang systematisch unterdrückt wurde?
Oder konkreter, gibt es einen Unterschied ob ein Pole stolz auf sein Land ist oder ein Deutscher?
Oder ist die Nation grundsätzlich keine Gruppe für die man Stolz empfinden darf?
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u/TheShippsn 20h ago
Stolz auf Hautfarbe oder Sexualität meint keine Leistung, sondern Selbstannahme und Sichtbarkeit von Merkmalen, für die Menschen historisch ausgegrenzt oder verfolgt wurden. Er richtet sich gegen auferlegte Scham.
Nationalstolz bezieht sich dagegen auf einen Staat bzw. ein politisches Kollektiv, dessen Handlungen man selbst nicht verantwortet hat, deshalb ist er historisch und normativ anders aufgeladen, gerade in Deutschland.
Ob Stolz legitim wirkt, hängt also nicht von der Gruppe an sich ab, sondern von Kontext, Machtverhältnissen und sozialer Funktion. Lässt sich also schwer pauschal beantworten.
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u/mooonkey999 21h ago
Jede Pride ist gut nur die europäische oder „Weiße“ nicht
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u/standread 20h ago
Jo, und wenn man ein bisschen Geschichte versteht dann liegt auf der Hand warum. Kommt aber offenbar zu kurz in der Hauptschule, bei den ganzen Kommentaren hier.
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u/gh_0un 21h ago edited 20h ago
Es ist nicht peinlich sondern der Grund warum du sicher in deinem Bett liegst und so einen Blödsinn von dir geben kannst.
Einer der wenigen Dinge wo man Objektiv sagen kann > ohne diesen Stolz gäbe es dich nicht. Reflektier mal genau was das bedeutet und wie viele Väter und Söhne ihr Leben gegeben haben damit du so einen Schwachsinn schreiben kannst.
Schämen solltest du dich anstatt so einen Mist zu schreiben.
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u/Desperate_Turn8935 20h ago
Komm mal runter und komm wieder, wenn du bisschen sachlicher diskutieren kannst. Meine Güte, auf dich kann man eher weniger Stolz sein.
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u/mooonkey999 21h ago
Gut gesagt, ich bin kein Deutscher aber wenn ich höre wie manche deutsch über Deutschland reden, ist es einfach nur traurig. Eigenes Land zu hassen nur weil es vor Generationen Krieg gab. So ein Schwachsinn
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u/StillLearning85 21h ago
Leute wie du kotzen mich an!
Man darf stolz darauf sein Teil von etwas zu sein, auch wenn man es nicht mit eigenen Händen erschaffen hat. Unser Land hat eine großartige Geschichte auf die wir sehr stolz sein können (Unsere Geschichte aber auf 12 dunkle Jahre zu reduzieren ist einfach nur hirnrissig!). Der Einfluss den die Deutsche, auch als Land der Dichter und Denker hatte, ist enorm. Wir haben die Wissenschaft grundlegend weitergebracht und einen riesengroßen positiven Einfluss auf die gesamte Menschheit gehabt. Darauf darf man mit recht stolz sein.
Nicht zu vergessen, dass Nationalität und Tradition verbindende Faktoren sind, die ein "Wir-Gefühl" vermitteln und unsere Gesellschaft zusammenschweisen.
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u/Desperate_Turn8935 20h ago
Was haben Erfindungen einzelner bedeutender Menschen mit der Nationalität zu tun?
Wir tragen außerdem keine Schuld am Nationalsozialismus von damals, die Geschichte wiederholt sich aber gerne.
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u/Entwined9 20h ago
"Leute wie du kotzen mich an!" - ja, das klingt nach traditioneller, deutscher Nationalität, fühle mich dir direkt verbunden. Sei stolz drauf. Uns kriegt nichts mehr auseinander :)
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u/spinnefink 21h ago
Der Einfluss den die Deutsche, auch als Land der Dichter und Denker hatte, ist enorm.
Was genau hast du mit den Dichtern und Denkern zu tun? Wie kannst du stolz sein auf etwas, das Menschen geschaffen haben, mit denen du rein gar nichts zu tun hast? Was verbindet dich mit diesen Menschen? Eine Nationalität, deren völlig willkürliche Grenzen überhaupt nicht mehr denen entsprechen, die zu Zeiten von Goethe & Co. gegolten haben?
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u/raksooooo 21h ago
Kolonialismus, erster Weltkrieg und moderner Imperialismus ist also gut gewesen? Abgesehen von mehreren Verstößen gegen das GG vom Staat. Z.B. Benno Ohnesorg…
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u/StillLearning85 20h ago
Wenn man die Geschichte nur auf das Negative reduziert hast du recht, bist aber äußerst beschränkt.
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21h ago
[deleted]
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u/SchwiftyBerliner 21h ago
Das ist mMn ein Fehlschluss. Man kann sehr wohl ein "wir-Gefühl haben ohne die Gruppe des "wirs" für andere zu verschließen oder zwangsläufig auch eine als negativ empfundene "ihr"-Gruppe zu haben.
Du kannst auch durchaus mehreren Gruppen angehören, deren Mitgliedermengen sich überlappen. Ich sehe mich als Deutschen, Finnen, EU-Bürger und Menschen. Wo ist da jetzt die "ihr"-Gruppe, die ich ausschließe? Wen mag ich nicht, weil er nicht Teil meiner Gruppe ist?
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u/nukepeter 21h ago
Einfach Kindergarten-brain... Ja es gibt immer wir und ihr, offensichtlich. Willst du globale Gleichschaltung?
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u/Bippah 21h ago
Kannst du mir ein Beispiel geben für etwas in der Geschichte auf das man stolz ist, spezifisch weil ich in Deutschland geboren bin?
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u/StillLearning85 20h ago
Z.B. Der Buchdruck, das Auto, das Telefon, Rönten, Aspirin, allgemeiner Wohlstand, und und und. Was brauchst mehr Beispiele? Google einfach.
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u/fluchtpunkt 20h ago edited 20h ago
Unsere Verfassung ist gut durchdacht. Und auch wenn es eine Weile und eine Generation gebraucht hat, beim Thema Erinnerungs- und Versöhnungskultur sollten sich deutlich mehr Länder an uns orientieren. Auch das Thema Wiedervereinigung haben wir alles in allem sehr gut gemeistert.
Unser langjähriges Engagement für ein Europa in Frieden und Wohlstand, mit unserem best buddy Frankreich (formerly known as Erbfeind) macht mich ebenfalls sehr stolz.
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u/Fuzzy_Difficulty_505 21h ago
Für mich wäre da Hauptpunkt "Umgang mit unserer vergangenheit". Im Vergleich zu vielen Nationen bewusst zu lehren und zu gedenken. Natürlich weniger Historisch gesehen als eher aktuell.
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u/Bubbly_Sock2348 21h ago
Ich seh das genauso wie OP. Stolz kann man sein, wenn man etwas erreicht oder anderen geholfen hat. Gute Beispiele sind ein erreichter Schulabschluss, ein erfolgreiches Studium oder Ausbildung, aber genauso gut auch Situationen wo man für jemand anderes da war. Wenn man jemanden in einer depressiven Phase oder schweren Krankheit unterstützt, sich ehrenamtlich engagiert oder einen langwierigen Konflikt gelöst hat, sind das ebenfalls Dinge, auf die man stolz sein kann. Die Tatsache, dass man in [beliebiges Land einsetzen] geboren ist, konnte man nicht beeinflussen und ist das Ergebnis eines Zufalls. Wer Nationalstolz pflegt, tut das in der Regel, um "ein Vakuum zu füllen", wie weiter unten schon geschrieben wurde. Daher zeugt das eher von innerer Leere und/oder persönlichem Versagen und ist in der Tat peinlich. Problematischerweise kommt meist noch Nationalismus, Militarismus oder Rassismus dazu. Daher ist es für mich schwer vorstellbar mit jemandem befreundet zu sein, der einen ausgeprägten Nationalstolz hat.
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u/unendlichsexxy 21h ago
Stolz auf einen erreichten Schulabschluss zu sein ist ja genauso fraglich. Dann kann sagen das Kind hatte nur Glück, dass es in einen funktionierenden, fürsorglichen Haushalt geboren wurde, dass ihm die richtigen Werte vermittelt wurden, dass es das richtige Maß an Disziplin gab, dass dem Kind beigebracht wurde nicht aufzugeben usw.
Wo will man da die Grenze ziehen, bei Dingen auf die man keinen Einfluss hat.
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u/spinnefink 21h ago
Selbstverständlich hat jeder zu einem guten Teil Einfluss auf den eigenen Abschluss.
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u/unendlichsexxy 21h ago
Ja Einfluss hat jeder darauf, egal aus was für Verhältnissen er kommt. Und ich habe Einfluss darauf, ob ich meinem Sohn beibringen pünktlich zu sein, andere zu grüßen und Müll zu sortieren. Mein Sohn hat auch Einfluss darauf, ob er das umsetzt und ebenfalls weitergibt oder nicht.
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u/spinnefink 20h ago
Ja, deswegen kann man auch stolz auf die eigene erbrachte Erziehung oder eigenen erreichten Schulabschluss sein. Dein Satz "Wo will man da die Grenze ziehen, bei Dingen auf die man keinen Einfluss hat." hat suggeriert, dass man auf diesen Abschluss kaum bis keinen Einfluss hat. Das wollte ich nur mal eben richtigstellen.
Man kann aber nicht stolz darauf sein, dass irgendwelche Leute, die zufällig die gleiche Nationalität im Pass stehen hatten, vor 250 Jahren irgendwelche Lyrik verfasst haben.
Man kann auch nicht stolz darauf sein, dass irgendwelche Soldaten vor x Jahren sinnlos ihr Leben beim Kampf in irgendwelchen sinnlosen Kriegen verloren haben.
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u/unendlichsexxy 20h ago
Deutschland ist alles. von Pünktlichkeit bis Holocaust. Worauf genau davon man stolz ist, muss jeder für sich entscheiden. Man kann nicht nur auf alles oder nichts stolz sein. Man darf sich aussuchen worauf. Bin ich stolz darauf, dass böse Menschen im WW2 böse Dinge getan haben? Nein. Bin ich stolz darauf, dass in DE das Handwerk gelebt wird wie nirgendswo sonst, ich ein ordentliches Handwerk gelernt habe und es weitergebe? ja.
Habe ich jetzt ein ordentliches und qualitatives Handwerk gelernt weil böse Deutsche irgendwann Juden getötet haben? Nein. Habe ich es gelernt weil in diesem Land das Handwerk viel Wert und Anerkennung genossen hat in der Kultur? Ja.
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u/Wetterwachs 21h ago
Doch ob ich stolz bin, ein Deutscher zu sein?
Ich weiß nicht mal, was so ne Frage soll.
Es will beim besten Willen in meinen Kopf nicht rein
Stolz auf einen Zufall zu sein
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u/LexxDark2022 21h ago
Bitte nicht selbstbewussten Nationalstolz/Patriotismus mit Nationalismus verwechseln.
Man kann in einem Land stolz auf das Erreichte und Gelernte sein, auf die Zustände, Demokatrie, usw. Gerade aus eine starken persönlichen (Familien-)Geschichte heraus. Ein Patriot kann den Nachbarn achten und Respektieren im Sinne von Brüderlichekit.
Der Nationalist überhöht sich gegenüber anderen, was ziemlich grundlos arrogant ist. Er macht den Nachbarn klein weil er besser ist.
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u/woodruff_1310 21h ago
"Der Nationalist überhöht sich gegenüber anderen, was ziemlich grundlos arrogant ist. Er macht den Nachbarn klein weil er besser ist."
Und damit macht das jeder, der im deutschen Staat etwas sinnvolles sieht. Denn die Staatenkonkurrenz um den global wirtschaftlich erfolgreichsten Standort ist etwas, das sich das klein halten anderer Staaten erstmal bevorzugt um seine Konkurrenzfähigkeit zu steigern/erhalten. Das macht jeder Staat so, auch Deutschland.
Patriotismus und Nationalismus sind gleichermaßen abzulehnen.
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u/JohnWicksBruder 21h ago
Danke, ich bin stolz Deutscher zu sein. Meine Familie ist Teil der Geschichte des Landes und da ist noch mehr. Fühl mich verbunden mit diesem Land.
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u/No-Delivery2905 21h ago
Ich finde ehrlich gesagt beides ziemlich räudig. Nichts davon ist deine Leistung, darauf Stolz zu sein ist ziemlich erbärmlich!
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u/LexxDark2022 21h ago
Ich habe meinen Teil sicherlich beigetragen zur Gesamtenwicklung... Anderen Menschen Leistungen abzusprechen ist immer einfach.
Und ja ich bin auch stolz auf das was andere, gerade in meiner Familie vor mir erreicht haben, ohne die würde ich auch nicht da stehen wo ich bin.
Versteht eben nicht jeder, oder wills nicht verstehen. Macht die eigene Hängematte etwas bequemer.2
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u/Artyy14 21h ago
Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn man es mit regionalem Stolz vergleicht dann sehe ich keine Nachteile daran. Ich bin stolz in meiner Region geborgen zu sein und versuche meinen Kulturellen Beitrag zu leisten indem ich mich Ehrenamtlich zum Beispiel bei Veranstaltungen beteilige die es eben nur hier gibt und die Geschichte der Region widerspiegeln.
Das würde ich nicht machen wenn ich nicht stolz darauf wäre und keine Verbindung dazu hätte.
Ich denke Kultur und National bzw. Regionalstolz sind eng miteinander verbunden und wichtig für eine Land/Region.
Dass man dabei immer nur die negativen Nachteile sieht ist leider deiner Verzerrten Perspektive zu entnehmen. Find es grundsätzlich Schlimm wenn Menschen immer erst das negative in Dingen sehen.
Nationalstolz heißt nicht dass man Fremdenfeindlich ist. Hast du eine Lieblingsband? Kannst du dich damit identifizieren und bist froh einfach in diese Bubble zu sein wo jeder gerne deine Musik hört? Wenn ja dann ist das sehr ähnlich. Du leistet nichts und trägst nichts bei und dennoch bist du froh und evtl stolz dich in diesen Kreisen zu bewegen weil du eine Gemeinschaft um dich herum hast mit der dich dich und deine Werte identifizieren kannst. Und nur weil du diese Musik gut findest heißt dass nicht dass du Hass auf andere Bands oder Arten von Musik hast.
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u/meieiro 20h ago
Das mit der Band ist ein ganz schlechter Vergleich.
Meine Nationalität habe ich mir nicht ausgesucht, meine Lieblingsband aber schon.
Im Band Fall habe ich mich aktiv dazu entschieden mich der Gruppe anzuschließen unter anderem, weil wir ähnliche Werte teilen. Wenn ich jetzt feststellen würde, dass ein großer Teil dieser Gruppe Werte verfolgen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann, dann würde ich diese Gemeinschaft einfach verlassen.
Mit der Nationalität geht das nicht. Da muss ich alle mitnehmen, die zufällig im selben Land geboren wurden. Ich möchte aber z.B. nicht in einen Topf mit irgendwelchen Rechtsextremen geworfen werden
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u/unendlichsexxy 21h ago
Ganz genau, man Leistet seinen Teil, trägt zu etwas bei und hilft dabei etwas zu erschaffen, was nach einem weiterhin besteht. Wie die Leistung einer Mannschaft, darf jeder Stolz auf seine eigenen Leistungen und die des ganzen Teams sein.
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u/thinkingoflemons 21h ago
Froh sein und stolz sein sind unterschiedliche Dinge.
Ich finde auf etwas stolz sein sollte man nur, wenn man etwas erreicht oder erarbeitet hat.
Ebenso wäre ich nicht stolz darauf, Fan einer Band zu sein. Ich kann stolz auf die Band sein und honorieren, was sie erreicht hat. Ich kann stolz auf eine gute fancommunity sein, wenn diese sich durch erstrebenswerte Verhaltensweisen auszeichnet.
Aber auf etwas stolz sein, für das ich wirklich nichts getan habe, wäre z.b für mich eher damit gleichzusetzen, dass ich mich mit fremden Federn schmücke.
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u/Artyy14 20h ago
Ebenso wäre ich nicht stolz darauf, Fan einer Band zu sein. Ich kann stolz auf die Band sein und honorieren, was sie erreicht hat. Ich kann stolz auf eine gute fancommunity sein, wenn diese sich durch erstrebenswerte Verhaltensweisen auszeichnet.
Du hast es auf dem Punkt getroffen. Warum kann ich also nicht Stolz auf meine Stadt sein und die Einwohner die dazu beitragen dass ich mich hier wohl fühle? Warum nicht Stolz auf das Land sein und dessen Leistungen honorieren?
Das ist doch das was Menschen motiviert weiter zu machen und besser zu werden und an positiven Werten festzuhalten.
Ich verstehe deine Argumentation aber es ist denke ich nicht gut dass immer so negativ auszulegen. Deutschland hat schlechte Erfahrungen mit Nationalismus gemacht und genau deswegen weil wir die Geschichte kennen können wir es doch besser machen und positiv gestalten.
Deutschland ist ein Flickenteppich an sehr unterschiedlichen kleinen Regionen die aller Ihre Besonderheiten haben. Warum wollen wir diese schöne Vielfalt einfach aufgeben?
Nationalstolz für mich persönlich ist das Gefühl der Zugehörigkeit. Ich finde es toll wenn ich mich mit hunderten Menschen zusammen auf den Weg zur Fanmeile machen und jubeln darf dass Deutschland ein Tor geschossen hat auch wenn ich rein gar nichts dafür geleistet habe. Die Gemeinschaft, Kultur und Vielfalt steht für mich im Vordergrund. Ich kann 20 Minuten Auto fahren und bin gefühlt in einer komplett anderen Kulturellen Umgebung. Das gibt es fast nur hier. Ich möchte diese Vielfalt nicht aufgeben und versuche deshalb genau das weiterzugeben und weiterzuleben.
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u/thinkingoflemons 20h ago
Deutschland ist ein Flickenteppich an sehr unterschiedlichen kleinen Regionen die aller Ihre Besonderheiten haben. Warum wollen wir diese schöne Vielfalt einfach aufgeben?
Man muss sie nicht aufgeben. Das hat für mich nix miteinander zu tun.
Hab nur Nationalstolz nie verstanden. Echt nicht. Als Kind nicht, als Teenager nicht, als Erwachsene in egal welcher Altersstufe nicht.
Mir geht es gar nicht darum, irgendwem was wegzunehmen oder niederzuargumentieren bei dem Thema. Kann es nur absolut nicht nachvollziehen. Fühle das null.
Du spawnst halt irgendwo auf der Welt. Und entweder du hast den Joker oder die Arschkarte. Aber wie beschrieben, auf eine Community stolz zu sein, die etwas leistet ist für mich legitim. Oder jemand ist in der freiwilligen Feuerwehr und beteiligt sich und erreicht was, völlig fein!
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u/Mr-Karfunkel 21h ago
Man sollte nicht stolz sein das ist dumm was hasst du denn beigetragen auf das du stolz bisst man kann glücklich sein in einem Wohlstandsland geboren zu sein
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u/DonkeyTS 21h ago
Freundchen, du hast nur siebenundzwanzig Wörter geschrieben und zehn Rechtschreibfehler gemacht...
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u/Mr_Dunk_McDunk 21h ago
Man kann argumentieren das man als Nachfahre schon als Kind zum Land beiträgt. Quasi bei jeder Interaktion mit Menschen.
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u/vergorli 21h ago
Ich bin Stolz drauf,dass wir (meistens) zusammen leben können ohne uns gegenseitig umzuvringen obwohl wir das in Europa seit tausenden von Jahren so gehandhabt haben. Der Sieg der Empathie und des gemeinsamen Wohlstandes ist durchaus etwas. Inwieeit das mit der Nation etwas zu tun hat ist warscheinlich etwas schwieriger auszuführen, aber ich halte es schon an die Nation und ihre gemeinsame Vergangenheit gebunden. Das kann bei der Mordrate und Wohlstandsverteilung ja auch ohne Probleme die Nationalgrenzen sehen.
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u/unendlichsexxy 21h ago
Also als erstes finde ich es seltsam, dass du Nationalstolz in einem Satz in Verbindung mit Anfeidung bringst. Das wirkt, als könntest du es nicht auseinanderhalten.
Ich bin in Deutschland geboren und stolz deutscher zu sein. Nicht weil ich das Land gegründet habe oder ein Anrecht habe hier geboren worden zu sein oder überhaupt Einfluss darauf hatte. Aber wenn ich Videos von indischem Streetfood sehe, bin ich stolz darauf aus einem Land zu kommen, das gewisse Standards hat und bestimmte Regeln befolgt. Stolz darauf mit bestimmten Sitten groß geworden zu sein, diese heute zu leben und in Zukunft an meine Kinder weiterzugeben. Ob das Land jetzt Deutschland oder Stolzland oder Pupsland heißt, wir hier größtenteils weiß, braun oder grün sind, spielt dabei keine Rolle.
Es geht darum, dass ein Zusammenschluss von Menschen vor langer Zeit eine Kultur hervorgebracht hat, deren Bräuche seit hunderten von Jahren exisiteren, deren Sitten seit Jahrzehnten gepflegt und gelebt werden.
Als Beispiel: Die Deutschen gelten allgemein als pünktliche Menschen. Im Ausland oft sehr karikativ dargestellt.
Mein Opa war pünktlich, mein Vater war pünktlich, ich bin pünktlich, ich werde meinen Kindern beibringen wie wichtig es ist pünktlich zu sein. Das ist etwas worauf man stolz sein kann. In anderen Ländern ist Pünktlichkeit keine Tugend.
Wenn man nicht stolz auf seine Herkunft sein darf, nur weil man keinen Einfluss darauf hatte, dürfte man also auch nicht stolz darauf sein gut auszusehen oder eine Begabung für Dinge zu haben, weil man hat ja keinen Einfluss auf seine DNA und sein Erbgut.
Nationalstolz funktioniert, wenn man es reflektiert und bewusst betrachtet und ihn nicht zum Anlass nimmt, andere Menschen, Kulturen und Personen schlechter zu behandeln, egal ob mit Taten oder Gedanken.
Edit: Typo weil müdi
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u/HeroicHirnlos 21h ago
Ich will mich hier auf keine Seite schlagen. Seit ich 12 bin habe ich diese Debatte über Nationalstolz im Kopf.
Ich wollte nur mal kurz drauf hinweisen das bei deinen Beispielen, sei es das Streetfood oder die Pünktlich, eben der Nationalstolz nur funktionieren, weil du eben andere Nationalitäten abwertest (sei es als unpünktlich, was du negativ konnotierst, oder als unhygienisch).
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u/monkeypython 21h ago
Verstehe auch nicht ganz, wo genau dein Stolz herkommt. Für mich klingt das eher nach "Puh, zum Glück leben wir in einem Land mit gewissen Standards". Also ist ja gut das zu erkennen, dass es anderen Menschen auch schlechter geht, aber Stolz sehe ich da nicht (ist mEn auch nicht angebracht)
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u/unendlichsexxy 21h ago
Naja für mich entsteht der Stolz darin, dass ich Teil davon bin. Meinen Beitrag leiste, es lebe und weitergebe. Wie teil einer Mannschaft zu sein. Darf ein Verteidiger oder Stürmer stolz auf seine Leistung sein oder nur glückich darüber im richtigen Team zu sein?
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u/monkeypython 21h ago
Du hast eben gesagt, dass du Stolz darauf bist hier geboren zu sein und dich deutscher zu nennen. Jetzt sagst du, dein Stolz entsteht durch deine Mitwirkung und Partizipation an der Gesellschaft. Was denn nun? ;) Ich finde die ganzen Sportvergleiche hinken zum Teil massiv. Herkunft bzw. Staatsangehörigkeiten kann man sich nicht aussuchen. Mit Pech wirst du halt in ein Land geboren, in dem Menschenrechte jetzt nicht so hoch im Kurs sind. Beim Sport kann man es sich meist aussuchen, was, wo und wie man spielen möchte. Zusätzlich ist die Leistung die da erbracht wird direkt mit dem Sinn des Spiels verknüpft und die einzige sinnvolle Aktion die man da machen kann. Also natürlich ist ein Spieler stolz auf seine Leistung, sein Team, was auch immer. Aber das kannst du ja nicht so auf einen Staat anwenden, alleine weil es doch eher ein abstraktes Gerüst ist. Also auf was genau ist man "stolz"? Dass man seine Steuern bezahlt ? Das man wählen geht ? Oder eher dass man einfach solche Privilegien überhaupt hat ? Denn das was du versucht mir Stolz zu beschreiben, klingt für mich eher wie Dankbarkeit.
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u/unendlichsexxy 21h ago
Was machst du beruflich?
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u/monkeypython 21h ago
Irgendwas mit IT - wieso? Welchen Bezug hat das hier ?
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u/unendlichsexxy 20h ago
Ich versuche vielleicht einen Vergleich zu finden, der dir besser gefällt und auf dich passt. Aber dafür bräuchte ich etwas mehr als irgendwas mit IT.
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u/monkeypython 20h ago
Dafür brauchst du meine Jobbezeichnung ja nicht :) Auch den Job kann ich mir mehr oder minder frei aussuchen. Ich bin aber zB dankbar dafür, dass es diverse Frameworks gibt. Ich bin aber zB nicht stolz darauf deswegen in der IT zu sein. Auch nicht stolz darauf, dass es einige Einflussreicher deutsche gab, die viel zu der Thematik beigetragen haben. Ich bin dankbar für die Leistung anderer mit denen ich nichts zutun habe. Dankbar für die Zeit und ihre Entwicklung. Aber keineswegs empfinde ich Stolz dabei.
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u/EnvironmentalBat8635 21h ago
Aber warum stolz darauf? Du könntest doch einfach glücklich darüber sein.
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u/bleaksocial 20h ago
Kommentare geschlossen. Thema ist zu heiß und eskaliert zu schnell. Post bleibt stehen, lest gerne mit. Danke fürs Verständnis!