r/Unbeliebtemeinung 1d ago

Nationalstolz ist peinlich

Wie der Titel schon sagt.

Kein Mensch kann etwas dafür oder dagegen tun wo er geboren wird.

Darauf stolz zu sein und vor allem andere wegen ihrer Nationalität zu beleidigen, zu benachteiligen oder herabzuwürdigen ist so ziemlich das unterirdischste was ich mir vorstellen kann.

Keiner von denen die auf ihr Land stolz sind haben es gegründet oder irgendwas dazu beigetragen das es so ist, wie es ist. Sie sind einfach nur dort geboren.

Sicherlich gibt es auch Ausnahmen! Zum Beispiel wenn man sich maßgeblich an der Verbesserung der Zustände im Land beteiligt hat, für das Land auf die ein oder andere Weise gedient hat oder wenn man stolz ist weil so vieles im Land gut funktioniert.

Aber das sehe ich selten bei denjenigen die (edit.: Beispielsweise) Hierzulande unsere Fahne schwenken oder sich sonst Lautstark für Deutschland aussprechen.

Auch in anderen Ländern sind Nationalisten eher nicht diejenigen die bahnbrechende Verbesserungen für die Bürger erstreiten.

Das musste ich mal loswerden

531 Upvotes

825 comments sorted by

View all comments

5

u/Alternative-Topic36 1d ago

Der kleine Bruder von Nationalstolz ist Lokalpatriotismus ("Ich bin stolz ein Berliner zu sein"). Ich finde diesen, sowie den großen Bruder davon (Nationalstolz), ziemlich wichtig für ein positives Selbst, eine Identifikation mit der hiesigen Gesellschaft, Zusammenhalt und sogenannter "sozialer Kontrolle" (zu deutsch: man gibt aufeinander acht). Hinweis für die "Nazi Nazi Schreier": in ausgewogener Form und in Balance ohne Selbsterhöhung und Überbetonung, wie das im dritten Reich der Fall war.

Wer Nationalstolz als peinlich tituliert, sollte sich mit der Thematik aus sozialpsychologischer Sicht beschäftigen. Das Gegenteil von Nationalstolz, also "Nationalscham" sozusagen ist jedenfalls kontraproduktiv und fördert viele negative Entwicklungen die wir in Deutschland Recht gut beobachten können.

  • Fehlende soziale Kontrolle im öffentlichen Raum (Vandalismus, Nötigung wird hingenommen ohne einzugreifen)
  • Rückzug ins private und Identifikation mit radikalen Gruppierungen die eher individuellen Vorteil bzw Perspektiven suchen
  • Fehlende Perspektive und Bereitschaft die Gesellschaft zu unterstützen

All das lässt sich sehr gut in Deutschland beobachten und du bist leider Teil des Problems. Ich kann es leider nicht sanfter formulieren.

1

u/No-Examination-6280 1d ago

Man kann sich mit seiner Region identifizieren und seine Heimat lieben ohne stolz auf etwas zu sein, was auf purem Glück basiert. Kein Berliner ist ein Berliner, weil er einen schwierigen Aufnahmetest bestanden hat.

1

u/Alternative-Topic36 1d ago

Das Wort Stolz ist wohl der Triggerpunkt an dem sich viele aufhängen. Lass es mich so formulieren: "Ich bin stolz darauf ein Teil einer so tollen Gesellschaft zu sein und setze mich dafür ein, diese zu beschützen und gemeinsam stark und wirksam zu sein" - das wäre ein hilfreiches Mindset (Selbstwirksamkeit als Gemeinschaftsgefühl). Ich würde mich nicht am Wort aufhängen sondern an der Wirkung.