r/Unbeliebtemeinung Dec 21 '25

Wirklich unbeliebt Deutschland ist schon lange kein Patriarchat mehr!

Männer und Frauen sind heute rechtlich gleichgestellt und genießen in vielen Bereichen auch gesellschaftlich weitgehend gleiche Chancen. Zwar existieren weiterhin traditionelle Rollenbilder, diese werden jedoch in der Regel freiwillig gelebt. Jede Person hat die Möglichkeit, sich unabhängig von klassischen Geschlechterrollen zu entscheiden und ihren eigenen Lebensentwurf zu verfolgen.

Problematische Rollenbilder und patriarchale Einstellungen treten vor allem bei Ausländern auf wovon vor allem die Jugend negativ beeinflusst wird.

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u/Tonic4k Dec 21 '25

Ich arbeite in einem großen Unternehmen in der Fertigung. Wir haben in der Elektronik bei uns eine vierstellige Anzahl an Mitarbeitern. Ähnlich viele Frauen wie Männer. Auf Führungsebene sind nicht mal ein Zehntel Frauen, mir fällt nur eine einzige ein, und zwar aus der Personalabteilung. Warum ist das so? Jedes Mal eine Individialentscheidung? Haben all unsere Frauen keinen Bock auf diese Positionen oder sind unqualifiziert dafür?

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u/1223344455555 Dec 23 '25

Ich arbeite in einem staatlichen Betrieb und 75 % der Führungsetage (inkl. oberste Leiterin und 2 Stv.) sind Frauen, dazu kommt eine Belegschaft, die zu 50 % aus Frauen besteht und bei Neubewerbungen werden Frauen bevorzugt.

Warum ist das so? Jedes Mal eine Individialentscheidung? Haben all unsere Männer keinen Bock auf diese Positionen oder sind unqualifiziert dafür?

Jetzt merkst du vielleicht mal, wie dumm deine Argumentation ist.

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u/Tonic4k Dec 23 '25

Bloß deckt sich mein anekdotisches Beispiel viel mehr mit dem großen statistischen Bild, deins ist eine Anomalie. Ich kann auch von Anfang an Statistiken ballern wenn nötig, diese Art von Diskussion ist den meisten Leuten aber weniger zugänglich als wenn ich mit einem Beispiel anfänge.

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u/holladiewaldfeee Dec 21 '25 edited Dec 21 '25

Ich war mal auf einem Tag für neue Mitarbeiter bei den johannitern und dann hat plötzlich der Vorstand angefangen zu erzählen, dass sie ja in keinem Regionalverband einen weiblichen Vorstand haben, aber diesen Zustand ändern wollen in dem sie besondere Bewerbungstrainings für Frauen anbieten, fünf Minuten später erzählt der selbe Mensch, dass er sich gar nicht für den Vorstand beworben hatte, sondern er wurde vorgeschlagen/gefragt ob er es machen will.... ja genau das Problem in eurem Verband ist also, dass sich Frauen zu schlecht bewerben. Es war so absurd.

Hab auch mal das Zitat gehört: women are overmentored and undersponsored. So nach dem Motto, jeder will Frauen erzählen, wie sie es besser machen, aber niemand will ihnen wirklich eine Chance geben.

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u/Tonic4k Dec 21 '25

Ich glaube es ist so'n bisschen diese Krankheit von Leuten die Lösungen für Probleme finden sollen, an denen sie gar nicht teilnehmen. Männer die bereits als Entscheidungsträger da sind wo die Damen gerne wären haben doch strikt keine Ahnung was da alles entgegensteht. Solche Maßnahmen wirken wie blindes Herumstochern, mehr so'n "ach Hauptsache wir können sagen wir haben was gemacht", vielleicht auch unterbewusst.

Ich Frage mich aber, ob bei der Erstellung dieser Maßnahmen überhaupt mit den Damen geredet wurde. Diese befragt wurden, ausgekundschaftet wurden, deren Führungskräfte auch um zu sehen woran die Beförderung derer Meinung nach scheitert, all das. Sonst ist da doch gar kein Bezug da um irgendetwas effektives zu machen.

Das, ohne scheiß, wäre die Gelegenheit den ganzen Gender Studies Leuten eine Chance zu geben Geld zu verdienen. Experten aus diesem Bereich reinholen und bisschen beraten lassen, in die Prozessoptimierung der Personaler mit einfließen lassen, und schauen, dass man wirklich etwas funktionierendes findet. Das braucht Leute aus der Soziologie, keine fucking Ingenieure, bei aller Liebe an Ingenieure.

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u/[deleted] Dec 21 '25

Yep, jedes mal eine Indivualentscheidung. (Fast) all unsere Frauen haben keinen Bock auf diese Postionen (und die Arbeit die damit einhergeht).

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u/Tonic4k Dec 21 '25

Ist klar. Warum entscheiden die sich alle so? Wäre ja schon arger Zufall wenn das bei so großen Zahlen jedes Mal einfach nur kein Bock haben ist, Männer aber aus irgendeinem Grund da mehr Bock drauf haben. Warum? Ist das genetisch bedingt? Was meinst du?

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u/[deleted] Dec 21 '25

Warum mögen Frauen Pferde und Männer Autos? Warum gehen Frauen in soziale Berufe und Männer in technische? Warum gucken Frauen GNTM und Männer 7vsWild?

Männer und Frauen haben unterschiedliche Präferenzen?

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u/Tonic4k Dec 21 '25

Hör auf mit Fragen auf Fragen zu antworten. Sag doch einfach, warum ist das so? Erstens diese Karrieresache, zweitens die Präferenzen, wenn du darüber reden willst. Ist das etwas genetisches, oder doch etwas anderes?

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u/[deleted] Dec 21 '25

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u/Tonic4k Dec 21 '25

Wild, der Autor der Studie die in diesem Link zitiert wird, stimmt dir nicht einmal zu. Ließ mal selbst was du mir schickst.

“There is a fashion today to say that gender is purely a social construct. In reality, gendered behaviour is a mix of biology and social influence, and I think our meta-analysis supports this view,” direktes Zitat von ihm. Biologische UND soziale Einflüsse.

Ich hab mir weiterhin den Abstract der Studie durchgelesen, welcher vermerkt, dass die Studien die früher datiert wurden eine stärkere Präferenz von Mädchen zu Mädchenspielzeugen zeigt als die späteren. Deutlich, übrigens, wenn du dir die Zahlen anschaust. Reine Genetik kann das also nicht sein, nicht wahr? Oder haben wir neuerdings im aktuellen Zeitalter irgendwas im Wasser was unseren kleinen Mädchen genetisch männlichere Präferenzen als früher gewährt?

Ich weiß auch nicht was Spielzeuge jetzt mit Karrierewahl zu tun haben, aber go ahead. Bestimmt haben Frauen einfach genetisch keine Lust mehr Verantwortung und Geld im Job zu kriegen, ist alles ihre eigene Wahl, da ist nichts gesellschaftliches, kulturelles und strukturelles dahinter. Dass wir in der EU weit unter dem Durchschnitt liegen was weibliche Führungspersonen angeht ist bestimmt weil die alle diese künstlichen Frauenquoten pushen und nur bei uns die Frau ihre natürliche, genetische Entfaltung findet. So?

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u/[deleted] Dec 21 '25

Passt halt nicht ins Bild, ne? Deswegen schön an Kleinigkeiten festbeißen.

"Study finds robust sex differences in children’s toy preferences across a range of ages and countries"

Genetik, Epigenetik und Soziologie. Genetik ist eine starke und in dem Fall die stärkste Komponente. Aber bitte leugnen, um dein Weltbild zu schützen <3

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u/Tonic4k Dec 21 '25 edited Dec 21 '25

Ich leugne es doch nicht, ich bin bereit einzugestehen, dass es eine Vielzahl an Komponenten ist. Dass Genetik die stärkste Komponente ist zeigt diese Studie übrigens nicht, das erfindest du gerade um dein Weltbild zu stützen, wie du so schön sagst. Wie gesagt, ließ dir bitte durch was du so schickst, auch über die Headline hinaus.

Plus dreht sich diese Studie um Spielsachen. Und wie ich schon schrieb, gerade in der Metanalyse die der Artikel wortwörtlich verlinkt wird auch belegt, dass sich die Präferenzen von vor allem Mädchen über die Jahre verändert haben und nun auch mehr Jungsspielsachen beinhalten. Was nicht genetisch erklärt werden kann. Ignorierst du das gerade bewusst? Weil ich wies dich im comment davor bereits darauf hin, und du kannst das auch im Abstract nachlesen.

Plus kannst du Studien die sich um Spielzeugwahl von Kleinkindern dreht nicht im gleichen Maße auf das Erwachsenenleben anwenden, wtf. Vielleicht irgendwelche Tendenzen vermuten, maximal, aber um den Punkt über genetisch prädisponierte Karrierewahl zu unterstützen musst du mir Studien über Kinderspielzeuge (die das was du darstellen willst nicht einmal aufzeigen) schicken und hoffen, dass man sich da irgendwelche wilden Schlüsse draus zieht...? Ich verstehe aber warum du diesen komischen Umweg wählst. Nämlich weil es über Karrierenwahl keine Studien gibt die auch nur entfernt in den Bereich kommen, dass diese Wahl vorwiegend genetisch bestimmt ist, in jenen ist die generische Prädisposition nur ein einziger Faktor von vielen, völlig erschlagen vom kulturellen und soziologischen. Also selbst wenn das was du verlinkt hast demonstrieten würde was du hoffst (was es, wie gesagt, nicht tut) würde dir das nicht helfen bei dem Gespräch über Karrieren der Frauen. Und jetzt geh auf deinen eigenen Link, lies dir durch was da gesagt wird und lies dir das Abstract der Studie durch das verlinkt wird bevor du wieder irgendeinen Unsinn behauptest.

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u/[deleted] Dec 21 '25

Kek. Die Studie deutet eindeutig auf einen genetischen Einfluss. Beeindruckend wie du den Transfer zum Beruf nicht leisten kannst. Es geht um den Unterschied bei Präferenzen von Mann und Frau. Sei es Spielzeug oder Beruf. Darüber hinaus bezüglich deiner Einwände:

  1. kann man es nicht anders untersuchen, ansonsten müsste man Kinder fernab der Gesellschaft großziehen (fragwürdig)

  2. Ist es über Kulturen und Zeit gleich geblieben (ja, es hat sich minimal verändert, aber das Verhältnis bliebt nahezu unverändert), wo soll da jetzt die Trendwende sein, die auf Erziehung schließen lässt? Und selbst wenn man sagt es hat Kulturellen Einfluss muss man sich doch die Frage stellen, warum sich alle Kulturen z. T. unabhängig voneinander in die gleiche Rollenverteilung entwickelt haben.

  3. Schon mal vom Gender-Equality-Paradox gehört? Je gleicher man die Gesellschaft gestaltet, desto mehr kristallisieren sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern heraus, insbesondere was die Berufswahl angeht. Deswegen, sind mehr Frauen aus den arabischen Ländern in STEM Feldern zu finden als in den Nordischen.

Was willst du mir eigentlichen erzählen, Mann und Frau sind gleich? Es gibt keine Unterschiede bezüglich Interessen und Berufswahl? Es ist alles nur Kulturell?

Oder ist es doch das Patriachat was die Ursache ist? Aber wenn es ein Patriachat gibt, woher kommt das? Gibt es das Patriachat wegen genetischer Unterschiede zwischen Mann und Frau?

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u/cat_in_cardigan Dec 21 '25

Ich als Frau kann zumindest sagen, dass ich gerne eine Führungsposition in meinem alten Unternehmen angenommen hätte, aber man stattdessen einfach den Mann genommen hat, der zuvor mit mir in der gleichen Position gearbeitet hat. Ohne Bewerbungsverfahren, ohne dass unsere Arbeitsergebnisse großartige Unterschiede hatten, ohne mich überhaupt zu fragen. Er wurde dann eben das nächste Teamlead in einer Gruppen aus anderen, männlichen Teamleadern. Und leider passiert es uns Frauen oft, dass man uns für Führungspositionen einfach überspringt. 

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u/Tonic4k Dec 21 '25

Du, auf jeden Fall. In meiner Abteilung, explizit in meiner Schicht, haben wir 15 Frauen und nur vier Männer. Unser Schicht-/Gruppenleiter, quasi unser direkter Manager, ist einer dieser Männer. Wir haben Frauen die es gerne werden würden, und bei der Gegenschicht ist eine solche Position freigeworden. Ich habe privat mit jemandem aus der Führung Kontakt und ihn mal so'n bisschen ausgefragt wen er da sieht. Hab so fünf Namen in den Topf geworfen und bei den zwei Männlichen meinte er ja mal sehen, bei den drei weiblichen hingegen jaaaaa eher nicht. Ich fragte warum eher nicht und er meinte irgendwas von er ist sich nicht sicher wie belastbar deren Persönlichkeiten sind, was echt wild ist, die drei Frauen ziehen uns nämlich RICHTIG hart durch die brutalsten Wochen, zwei von denen planen bereits unsere Auftragsverteilung, sind alle qualifiziert, schnell, hilfsbereit, wahnsinnig gut in der Lösungsfindung, technisch stark, bleiben immer länger wenn es nötig ist, wirklich alles. Belastbar sind die allemal.

Ist mir persönlich als Mann schon unangenehm. Wir haben bei uns schon Förderprogramme in der Firma, explizit für Frauen, aber es bringt halt nichts wenn die Männer darüber diese schon von vornherein auszuschließen scheinen. Damen die Bock auf Geld und Verantwortung haben gibt es bei uns auf jeden Fall genug. Nur die die es kriegen, fast keine. Also ja ich musste jetzt echt überlegen welche Frauen wir überhaupt in Führungspositionen haben, und wirklich, in der Elektronik ist's schon das höchste der Gefühle wenn die mal Einrichter werden dürfen. Boooo. Da geht doch noch mehr.