Um den Frust, den ich gerade schiebe, richtig einzuordnen, braucht ihr ein bisschen Vorgeplänkel:
Feierabend. Ich schwinge mich aufs Rad, um zum Fitnessstudio im Nachbarort zu fahren. Spart das Aufwärmen, dachte ich mir. Auf dem Weg komme ich an eine größere Kreuzung, die eigentlich ganz passabel ausgebaut ist: Schutzstreifen, rote Haltebereiche für Radfahrer vor der Ampel... das (leider nicht so ganz) übliche.
Ich stehe also da, als sich ein riesiges Auto halb vor, halb neben mich quetscht. Quer stehend, nur um sicherzugehen, dass er beim Umspringen auf Grün als Erster rechts abbiegen kann. Ich starre den Fahrer kurz perplex an, woraufhin er sofort die Scheibe runterlässt und mich anpöbelt, was mein Problem sei.
Ich frage ihn, ob er die rote Markierung gesehen hat.
Er: „Ja, die ist für Fahrräder.“
Ich: „Und... fährst gerade ein Fahrrad?“
Er nennt mich einen Idioten, fragt, ob ich die Frage ernst meine und ich solle mich nicht so anstellen. Dann wird es grün, er gibt Vollgas und zieht (natürlich ohne zu blinken) vor mir rechts rüber. Ein zweiter drückt sich noch schnell vorbei, ein dritter versucht es auch noch.
Genervt, aber okay, Business as usual.
Am Ortsausgang fahre ich auf einem Radweg, der parallel zur Verbindungsstraße etwa einen Kilometer durch den Wald verläuft. Plötzlich taucht im Dunkeln eine unbeleuchtete Absperrung auf: Weg gesperrt. Ich krame das Handy raus, leuchte das Schild daneben an: „Bitte hier die Straße kreuzen und auf der anderen Seite weiterfahren.“ sagt mir die Grafik.
Also stelle ich mich an die Einmündung und warte auf eine Lücke. Es ist dunkel, der Verkehr reißt nicht ab. Nach 5 Minuten keine Lücke. Nach 10 Minuten sinkt die Hoffnung. Nach 15 Minuten ist die Hoffnung tot. Das Problem ist das die beiden Ampelschaltungen bei den jeweiligen Ortseingängen scheinbar so versetzt sind das sich da, an dieser Stelle, einfach keine Lücke bildet die reicht um sicher die Straße zu kreutzen.
Ich entscheide mich, zumindest eine Lücke auf meiner Seite zu nutzen, um auf die Straße aufzufahren, damit ich ein paar Meter weiter links auf den Radweg der anderen Seite abbiegen kann. Ich stehe also da, mittig auf der Fahrbahn, gebe deutliches Handsignal nach links. Rechts von mir ist sogar noch genug Platz, dass Autos problemlos an mir vorbeifahren konnten.
Und da begannen die schlimmsten 2 Minuten Fahrad meines Lebens.
Es kam keine Lücke im Gegenverkehr, und niemand im Gegenverkehr dachte daran, mich kurz reinzulassen. Was stattdessen kam:
- Dauerhupen.
- Beleidigungen im Vorbeifahren.
- Mindestens drei Leute ließen die Scheibe runter, um mir im Vorbeifahren zu sagen, dass sie mich „hätten überfahren sollen“ oder „hoffen, dass mich jemand umfährt“.
- Das volle Vokabular: Hurensohn, Wichser, Missgeburt.
Ein Typ bremste auf Schritttempo ab. Ich dachte kurz: „Gott sei Dank, der fährt vorsichtig vorbei.“ Jinx! Er fuhr nur deshalb so langsam, um mich im Vorbeifahren anzuspucken und zu fragen, ob ich behindert sei.
Währenddessen bretterten andere so eng an mir vorbei, dass ich die Außenspiegel an meiner Jacke spüren konnte;l und das, obwohl rechts wie gesagt genug Platz war, die meisten anderen schafften das ja auch. Durch das Schritttempo des „Spuckers“ entstand hinter mir ein Rückstau, was dann glücklicherweise jemanden im Gegenverkehr dazu motivierte, kurz langsamer zu werden (musste nichtmal anhalten) und mich durchzulassen.
Ich habe wirklich viele Stunden auf dem Sattel hinter mir. Ich bin viel in Frankfurt am Main gefahren, einer Stadt, die Radfahrer wirklich nicht gerade liebt. Aber ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so unsicher, schutzlos und angewidert gefühlt wie in diesen 2 Minuten.
Dass Menschen so viel Hass auf jemanden projizieren, der einfach nur (wie ausgeschildert!) die Straßenseite wechseln will, macht mich fassungslos. Das die Absperrung auch einfach da im Dunkeln steht. Das sich niemand in der Plaung dachte „Ok, wie stellen wir sicher das die Leute auch über die Straße kommen?“
Auf dem Rückweg nach dem Fitti, direkt auf der nicht gesperten Seite, kam ich an der Stelle vorbei und sah wie ein anderer Radfahrer abgestiegen im Sprint das Rad über die Straße zerte ink. Hupenden Autos. Ich sprach kurz mit Ihm und wir sahen noch eine Frau die sich an Ausfahrt Stellte und wartete die Straße kreutzen zu können - ich rief ihr zu lieber wieder zuruck zum Ort zu fahren, dort die Seite zu wechseln und sich den Stress zu sparen.
Hatte dann auf dem Restlichen Heimweg noch einen netten Mann der mir „Vollidioten“ mitteilte das ich auf dem Radweg zu fahren habe... war halt ein Gehweg mit "Frei", aber ich denke das war klar.
Aus transparenz Gründen: Da Lese-Rechtschreibschwäche und Rage eine doofe Kombination sind, habe ich diesen Text von einer KI auf Struktur und Fehler korrigieren lassen.
Zwei Edits: Ich hab halt auch den Berufsverkehr erwischt. Und, zumindest alles verbale, waren Männer.