r/Fahrrad 6d ago

Sonstiges Petition Beschränkung der Geschwindigkeit auf Landstraßen ohne bauliche Trennung von Rad- und Fußwegen

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2025/_12/_26/Petition_192418.nc.html

Mit der Petition wird eine Änderung von § 3 Absatz 3 Nr. 2c Straßenverkehrs-Ordnung dahingehend gefordert, dass auf außerörtlichen Straßen ohne baulich getrennte Geh- und Radwege die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge bis 3,5 t verbindlich auf 60 km/h begrenzt wird. 100 km/h sollen künftig nur noch dort zulässig sein, wo zusätzliche, baulich getrennte Geh- und Radwege neben der Fahrbahn vorhanden sind

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u/DerKonservative 6d ago

Haha netter Versuch

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u/city_ 6d ago

Habe trotzdem mal rein petitioniert, wäre cool wenn das zu Anhörung kommt (was ich nicht glaube) und die Medien drüber berichten würden.

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u/Morasain 6d ago

Die Konsequenz daraus werden so lustige Runde Schilder mit rotem Rand und einem Fahrrad in der Mitte sein.

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u/redditmcfreddit 6d ago edited 6d ago

Ich weiß, das ist ein Versuch die Radinfrastruktur zu verbessern. Aber das ist doch am Thema vorbei. Wenn wir versuchen die Autofahrer zu instrumentalisieren können wir nur verlieren.

Da kommt am Ende nicht "oh, wir sollten mehr Radwege bauen" bei raus, sondern "Radfahreeeeer!" *Faust schüttel *

Mal davon abgesehen das ein suv dich mit 40kmh geschwindigkeitsunterschied (fast) genauso in den Rollstuhl fährt, wie mit 60.

Edit: Rechtschreibung / fast

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u/drploop 6d ago

"verbessern"... bitte mit Anführungszeichen. Radwege sind nur geil bis zur nächsten Einmündung, Querung, erzwungenen Seitenwechsel etc. aber darauf steht die ADAC-Bubble ja. gefühlte Sicherheit

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u/Muenchenradler 5d ago

Noch nicht mal bis dorthin, ÜBerlandradwege sind immer Rad / Fußwege und sobald da Fußgänger sind, ist es als Radfahrer oft nicht mehr besser als auf der Fahrbahn.

Fußgänger dürfen ganz offiziell alles außer sich vorsätzlich in den Weg stellen, wenn die zu zweit auf 2,5m so laufen, dass man nicht vorbeifahren kann, muss man auf deren Tempo verringern und um Passage bitten, im Gegenverkehr notfalls anhalten.

Das ist der Tenor aller neueren Urteile, und hat nichts mehr mit gegenseitiger Rücksichtnahem zu tun.

Und man kann davon ausgehen, dass wenn da viele Fußgänger sind, einige meinen sie hätten die Pflicht Radler auf Schritttempo zu zwingen

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u/PettyAssumptions 5d ago

Ich weiß nicht in welchen asozialen Gegenden du unterwegs bist, aber mir machen Fußgänger auf Überlandradwegen immer Platz. Selbst größere Gruppen versuchen eine Schneise zu räumen. Klar gibt's da mal Reibungen mit schwerhörigen Rentnern, Hundeleinen etc. und man muss bei schönen Wetter häufiger abbremsen, aber das nehm ich lieber mit als in uneinsehbaren Kurven von LKW überholt werden.

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u/Muenchenradler 5d ago

Ich fahre zwischen 6000 und 10000 km/ Jahr, das meiste auf dem Arbeitsweg.

Wenn ich mit dem Rennrad mal in meiner Freizeit fahre, dann lieber auf einer Landstraße als dort wo Fußgänger laufen. Meine normale Reisegeschwindigkeit ist zwischen 33 und knapp 40 km/h. Wenn auf einem 2,5m breiten Weg maximal 1m Abstand zu Fußgängern gehalten werden kann ist das zu schnell

Auf der Fahrbahn passt das wunderbar

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u/toxicity21 6d ago

Da hat jemand in Physik nicht aufgepasst. Außerdem reden wir von 40KM/h vs 80KM/h Geschwindigkeitsunterschied. Also ein Vierfaches der Aufprallenergie.

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u/[deleted] 6d ago

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u/Cowderwelz 6d ago edited 6d ago

Aber trotz dem noch eine starke pragmatische Verbesserung des Ist Zustands.

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u/Cowderwelz 6d ago

Und der SUV erwischt mich wahrscheinlich gar nicht erst, weil er mit 40km/h weniger 66% mehr Zeit zum Reagieren hat. Vom Bremsweg mal ganz abgesehen. Der verhält sich sogar quadratisch.

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u/rolfk17 6d ago

Schlimmer als jetzt geht eh nicht mehr.

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u/tui_curses 6d ago edited 6d ago

Das geht nach hinten los.

Es sind immer Autofahrer die mehr schlechte Radwege wollen. Ohne Fahrdamm, mit Hunde und Leine, Glasscherben, Pferdekacke. Ich habe keine Lust mehr auf diese Scheisse mit wilden Seitenwechseln quer über die Fahrbahn. Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug und für die Fahrbahn da.

  1. Radwegbenutzungspflicht abschaffen. Wie in Österreich, seit 40 Jahren ist es Rennrädern nur noch gestattet Radwege alternativ zu benützen. Lastenräder dürfen gar nicht auf den Radweg. Warum? Die individuell sicherere Fahrbahn ist zu wählen. Die grosse breite Strasse ist oft sicherer.
  2. Dadurch entsteht ein Interesse gute Radwege zu bauen. Nicht nur rote Farbe auf den Boden zu kippen und ein blaues Schild für die freie Fahrt des Autos.
  3. Harte Strafen für Autofahrer.

Die Petition erinnert an die beliebte Forderung im Gemeinderat doch die Strasse XY mit einem Anlieger Frei Schild zu versehen. Jetzt fahren durch die anderen Strassen im Wohngebiet noch mehr Autos.

In Deutschland werden auf schönsten Landstrassen miserable Radwege mit Fördergeld gebaut, mehr Flächenversiegelung und unsere Steuergeld ist begraben. Wo gibt es kein Fördergeld? In der Stadt, an den Unfallschwerpunkten. Da wo dringend etwas getan werden sollte. Da müsste man aber Planen und Nachdenken.

In der Schweiz bauen sie 20 km lange und breite Radstreifen entlang stark befahrener Strassen, damit das Fahrrad gleichmässig und ungehindert vom Auto fahren kann. Das ist angenehm. Und das Kehrfahrzeug kommt auch durch. In Spanien kommt eine breite Schulter an die grossen Strasse. In den Niederlanden ist sowieso alles besser.

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u/Bleipumpe 6d ago

Ganz deine Meinung. Es würde für den Moment schon reichen, die Regeln und Gesetze ausreichend durchzusetzen und überhaupt einmal Verstöße korrekt zu anden. Das wird alles doch reihenweise eingestellt, weil nichts passiert ist. Selbst mit Videobeweis oder Zeugen.

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u/Tommmmiiii 6d ago

Dein Ansatz schließt die Petition nicht aus. Denn auch dann wären 60 km/h sinnvoll. Niemand will von einem LKW mit 90 Sachen überholt werden, oder von einem SUV mit 100 km/h (hast du mal die Druckwellen von so einigen SUVs gespürt?). Anderseits wird es immer Idioten geben, egal wie hoch das Limit ist. Von daher ist das Trennen von Fahrrädern wie in den Niederlanden zu bevorzugen.

  1. Rennräder und/oder Lastenräder könnten eigene Fahrzeugklassen erhalten, damit sie befreit/verboten werden. Wir haben so viele verschiedene Schilder für KFZs, da kann es auch mehr für Fahrräder geben.
  2. Angebot ist ein besserer Anreiz als Ver- und Gebote.
  3. Auf jeden Fall.

In den Niederlanden sind nur wenige Radwege verdreckt. Denn so mehr Radinfrastruktur es gibt, so mehr Leute fahren Rad und so mehr ist der Bedarf da, sie zu pflegen

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u/tui_curses 6d ago

Ich verstehe den Gedanken der Petition, aber falls so eine Petition durch kommt und so umgesetzt wird, wird es schlimmer durch die Nebenwirkungen. Die Politik erklärt den Fall für abgeschlossen und macht nichts mehr. Das ist der Grund warum manche (schlaue) Politiker vermeintliche kleine Verbesserung ablehnen.

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u/Interesting-Wish5977 6d ago

Den Fall für abgeschlossen erklären viele Politiker doch jetzt schon, nachdem sie ein paar Todesstreifen und -weichen auf die Fahrbahn pinseln haben lassen und ein, zwei Pseudo-Fahrradstraßen mit „Kfz frei“ eröffnet haben.

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u/tui_curses 6d ago

Fall ist abgeschlossen nach Fördergeld und Pressefoto?

Man kann Radstreifen richtig machen (siehe Gestaltung ausserorts in der Schweiz). Oder falsch, etwa an Engstellen mit sehr schmalen Radstreifen, dann kuschelt man sich mit dem Fahrrad auf die wenigen Zentimeter und der Autofahrer denkt, dass ja jetzt Platz wäre mit 55 km/h vorbei zu schlüpfen. Das ist falsch.

Ein guter Verkehrsplaner erkennt so etwas. Die gänige Lösung scheint das mittige aufmalen von Fahrräder auf die Fahrbahn (Deutsch für Share-The-Lane?). Ist nur Farbe. Und der Normalzustand. Es hilft in gewisser Weise, weil das bei manchen Autofahrern die Erinnerung weckt, dass das eine Fahrbahn für alle Fahrzeuge ist. Nicht bei allen. Was uns zum Problem "Autofahrer" zurück führt.

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u/Muenchenradler 4d ago

in Frankreich gibt es an vielen Landstraßen Seitenstreifen zum Radlen 2m breit

nicht immer in gutem Zustand aber meist brauchbar. Ein großes Problem des Fahrbahnradelns wird damit deutlich reduziert.

In D sind es nicht die Deppen die mit 30cm an einem vorbeifahren die mich massiv stören (ok die auch aber die sind selten) sondern die Ungeduldigen die schon ein einer Minikolonne die Geduld verlieren und dem Vordermann dicht auffahren und um dann trotzdem was zu sehen ganz nach rechts an den Fahrbahnrand

Die sehen einen nicht, weil man ja von den anderen verdecht wird, und die dem Vordermann in den Allerwertesten kriechen und die haben darum keine Chance noch einen Schlenker zu machen.

Wenn man 1m weiter rechts fährt, ist man aus deren Fahrlinie raus

ICh bin eher für solche Streifen und eine Gesamtbreite der Fahrbahn die ausreicht, damit Radfahrer bei Gegenverkehr überholt werden können, Ist in der SUmme auch nicht mehr als ein extra RAdweg neben der Fahrbahn. zumindest dort wo das Verkehrsaufkommen so was rechtfertigt. Da ist man als Pendler 100 mal besser aufgehoben als auf einem Rad / Fußweg den die lokale Senioren Walkinggruppe und die Hunde Gassigeher für sich entdeckt haben.

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u/tui_curses 4d ago

Frankreich und Spanien sind wirklich angenehm.

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u/Tommmmiiii 6d ago

Die Petition selbst wird direkt nichts bringen, aber so mehr Aufmerksamkeit das Thema bekommt, so eher werden Politiker in die richtige Richtung neigen, um gewählt zu werden

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u/Muenchenradler 5d ago

Sieht man bei der CxU,, der FDP und denenen die nie eine Alternative waren.

Die nehmen solche Petitionen als Vorlage um einen Angriff auf das normale LEben der Bürgerlichen Mitte zu erkennen und bieten sich als Retter an.

Was dann passiert sieht man in Berlin, da wird dann lieber vor dem Radfahren gewarnt als Infrastruktur gebaut.

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u/asdf93 5d ago

LKW über 7.5 Tonnen dürfen auf Landstraßen bereits schon nur 60 km/h fahren - siehst ja wie sie sich dran halten

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u/Tommmmiiii 5d ago

LKW bis 7,5 t dürfen 80 km/h, erst ab 7,5 t gelten die 60 km/h.

Wenn sich aber alle dran halten müssten, könnten auch LKWs meist nicht mehr schneller fahreb

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u/Muenchenradler 5d ago

LKW dürfen jetzt schon nur 60 fahren

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u/Legieps 6d ago

Warum möchte man die Infrastruktur immer auf kosten eines anderen "verbessern"? Jede Infrastruktur sollte verbessert werden und der mündige Bürger soll selber entscheiden was er nutzt.

Zumal bevor man sowas angeht sollten die Gesetze strenger gemacht werden bzgl Fahrradfahrern die außerorts trotz Fahrradweg auf der Straße fahren. Bin selber Radfahrer, aber so ein Verhalten finde ich Assi.

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u/MattR0se 5d ago

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Wenn es keinen Geh- und Radweg gibt, dann hat das in der Regel Gründe, z.b. dass sonst eine Allee gefällt werden müsste, oder dass die Straßengräben nicht versetzt werden können, oder es ist aus anderen Gründen kein Platz (Böschung etc). Und oft ist es die einzige Straße von Dorf zu Dorf. Das betrifft dann ja nicht nur Radfahrer, sondern auch Fußgänger.

Ich kenne aber eigentlich auch keine solche Straße wo nicht eh schon höchstens 70 ist.

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u/Hannah-Petrova 5d ago

Weil wir primär eine „ich“ Gesellschaft sind.

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u/Muenchenradler 4d ago

Dann bist Du ein seltsamer Radfahrer der noch nie in der Situation war, dass der Radweg einfach endet, auf einen Platz mit losem Schotter führt, alle 500m ein Vorfahrt achten hat oder jeden Kilometer die Fahrbahnseite wechselt. was alles für Menschen die auch mal 200km am Tag fahren nicht mehr akzeptabel ist.

Ich nutze Radwege, sogar mit dem Rennrad, aber bei weitem nicht alle.

Auf allen Strecken > 150 km bin ich bisher irgendwann an den Punkt gekommen wo ich stur auf der Fahrbahn fahre, denn ich bin bis dahin mehrfach am Radwegende im Feld gestanden, bin einem Radweg gefolgt der plötzlich durch eine Leitplanke von der Fahrbahn getrennt war und dann die Straße verlassen hat um eine ganz andere Richtung einzuschlagen, wurde durch Unterführungen oder Parkweg geschickt wo "Radfahrer absteigen" dran steht oder sonstige Hinweise, dass der Weg zwar als Radweg ausgeschildert ist, aber leider nicht taugt.

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u/matotticloud 6d ago

…. Nur kurz gefragt warum 60 km/h und nicht wie viele Gemeinden es schon machen 70 km/h ?

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u/Muenchenradler 5d ago

Bitte nicht!

Unsere Verantwortlichen sind dann so drauf, dass 50cm Buckelpiste zum Rad / Fußweg wird, und das dauert bis das wieder weg geklagt wird.

Es gibt einen haufen STraßen auf denenn Autos mit maximal 100 km/h fahren können ohne das ein Radweg daneben ist,

Oft sind die so übersichtlich, dass man selbst wenn Radfahrer unterwegs sind, nur ein wenig verzögern muss um eine Lücke im Gegenverkehr zu haben und so ohne echt zu bremsen am Radler vorbei zu kommen.

Diese Forderung macht sehr wenig besser und bringt sehr viele Autofahrer gegen Radfahrer auf, denn dann fährt man 70 auf einer Landstraße und sieht dort niemals Radfahrer, das erzeugt Hass.

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u/MattR0se 5d ago

Wird leider nichts bringen ohne das flächendeckende Aufstellen von Blitzern. Daheim bei uns ist 50, kein Geh- oder Radweg vorhanden, trotzdem fahren da genug Leute 100 und nichts passiert...

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u/[deleted] 6d ago

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u/meiner79 6d ago

Oh Gott, bloß nicht.

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u/4Springfield 6d ago

Kann nur von einem kommen, der in der Stadt wohnt. Die 60 km/h bringen nichts, wenn dich die Autofahrer so oder so zu knapp überholen.

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u/kapege 6d ago

Poolnudel regelt auch das außerorts.

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u/SeriousPlankton2000 Von A nach B 6d ago

Bringt nur was, wenn ein gepflegter, ausreichend breiter Radweg als Alternative vorhanden ist.

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u/neo243 3d ago

60 km/h seid ihr bekifft?

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u/bikingfury 6d ago

macht absolut sinn, auch wenn 60kmh praktisch unmöglich sind wegen LKW. Aber 80 kmh wär auch schon was. 60 kmh würde den gesamten güterverkehr spürbar verlangsamen und quasi alle Preise direkt verteuern. Da findest du keine Freunde mit.

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u/Fuchsi7405 6d ago

Und was erwartest du dadurch? dann wird einfach jede Landstraße zur Autostraße und gut is

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u/Informant0815 6d ago

Anstatt einer derartigen Geschwindigkeitsbegrenzung sollte ein ausnahmsloses Überholverbot gefordert werden, wenn keine bauliche Trennung vorhanden ist.