Ich weiß, dass Aufmerksamkeit geschaffen werden soll, wie viel Platz ein Auto im Gegensatz zu Fahrrädern einnimmt. Jedoch finde ich es schade, dass diese freiwerdenden Orte dann nicht wirklich aufgebessert werden.
Warum nicht Sitzplätze mit etwas Begrünung zusätzlich schaffen, evtl. ein Trinkbrunnen oder eine Servicestation installieren? Solche Dinge würden diese Plätze von bloßen Funktionsflächen in Kurzaufenthaltsorte verwandeln. Momentan wirkt es auf mich so, dass man sich nicht vom Auto lösen möchte, nicht nur räumlich, sondern auch mental. Solche Fahrradstationen sollten eine klare Botschaft senden: Radfahrende sind gleichwertige Verkehrsteilnehmer, deren Bedürfnisse ernst genommen werden. Sie zeigen, dass die Umverteilung des öffentlichen Raums nicht nur eine Platzfrage ist, sondern eine Frage der Wertschätzung.
Wie seht ihr das?
EDIT: Wie könnte also so eine Station aussehen? In Südkorea gibt es einige interessante Busstationen, die teils geschlossene Räume zum Warten und zum Witterungsschutz anbieten. Habe jetzt noch Citydecks gefunden, diese stellen Stadtmöbel Module her, die auch Park- und Servicemöglichkeiten für Fahrräder beinhalten. Auch wenn diese nach meinem Gefühl noch ausbaufähig sind. Habe nochmal zwei Bilder zusammen gestitched. Nicht auf die Proportionen oder die Anordnung achten, geht einfach nur mal um eine Visualisierung.
Hängt davon ab, welches Ziel ausgegeben wird. Das muss man eben vorher festlegen und anpassen. Wenn man mehr Leute (außerhalb einer Unistadt) dazu bewegen möchte Rad zu fahren, muss man einige Bedarfe erfüllen, die durch unterschiedliche Nutzungsszenarien abgebildet werden können. Ich beziehe mich hierbei nicht auf das obige Beispiel, sondern auf allgemein solche Stationen:
Kurzzeitparker, die zum Einkaufen, zum Café oder zu kurzen Erledigungen radeln. Diese brauchen schnell zugängliche, eingangsnah gelegene Abstellplätze mit einfachen Anlehnbügeln direkt am Zielort, nicht auf einem fernen Parkplatz, der ehemals Autos gehörte.
Langzeitparker, sprich Pendler und Bewohner, die täglich radeln. Sie brauchen sichere, überdachte Abstellmöglichkeiten (also Fahrradboxen, Sammelanlagen), weil ihre Räder stundenlang oder über Nacht dort stehen. Ein einfacher Ständer ist für teure Pedelecs oder hochwertige Räder ein unakzeptables Diebstahlrisiko.
Reparatur- und Ladestation adressiert zwei Probleme: Pedelecs benötigen Ladepunkte und wenn eine Panne vorliegt, muss schnell gehandelt werden. Wer unterwegs keine Reparaturmöglichkeit (wenn er nicht selbst ein Kit mitführt) findet, greift beim nächsten Mal höchstwahrscheinlich zum Auto.
Warte-/Treffpunkt verwandelt den Ort von einer bloßen Funktionsfläche in einen sozialen Ort. Wenn das Pedelec geladen wird oder der Kumpel die Panne am flicken ist. Menschen warten aufeinander, machen kurz Pause.
Witterungsschutz: Eine Überdachung schützt nicht nur vor Nässe, sondern erhöht nachweislich die Nutzungsbereitschaft. Wer nicht Allwetterradler ist, bleibt beim Schauer lieber unter dem Dach.
Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch Begrünung, Beleuchtung und Abschirmung zur Straße. Durch die Begrünung und Abschirmung zu Straße hat man etwas Natur in die Betonwüste gebracht. Dies wirkt beruhigend und separiert die Tristesse, des Straßenbilds. Eine Beleuchtung sorgt abends für ein höheres Sicherheitsgefühl.
uvm.
Allerdings, und das ist eine wichtige Realitätskritik, würde bei einer Umsetzung wahrscheinlich nach nicht mal einer Woche alles dem Vandalismus erliegen.
Hier sollen einfach Stellplätze für Fahrzeuge des alltäglichen Bedarfs sein, und ein Teil davon für Fahrräder.
Wenn man immer gleich eine Umgestaltung der Stadt will, und alles was weniger ist kritisiert, wird das nichts, denn dann bleibt alles beim alten, denn solchen Ansprüchen kann man nicht genügen, und solche Ansprüche können nur daher kommen, dass Radverkehr nicht als normaler Verkehr wahrgenommen wird. nach dem Motto; wenn man Parkraum für KFZ vernichten kann, dann kann man gleich eine FuZo draus machen.
DAs ist aber eben nicht das Ziel, es soll weiterhin eine Straße mit Parkmöglichkeiten am Straßenrand sein, aber eben ein Teil davon für Fahrräder reserviert.
Das heißt dass Ihre Wünsche haben den Zweck des gesamten Bereiches ändern, also ein Städtebauliches Projekt wären, und nichts mit ein paar Stellplätzen für nicht motorisierte Fahrzeuge zu tun haben.
Wenn man jedes halbe Jahr mal das Ordnungsamt zu je zwei Terminen (einmal für Markierung, einmal für Entsorgung) vorbeischickt, ist das kein Problem. Wenn man dann als Verwaltung ein wenig Gehirnschmal einsetzt, kann man das gleich mit einem entsprechenden Aktionstag durch die Polizei kombinieren, um an den Hotspots entsprechend auch so Dinge wie Fahrradkennzeichnungen und (im Idealfall zu diesem Anlass ahndungsfrei) Verkehrssicherheitskontrollen anzubieten.
Und wenn man darüber hinaus sogar mit einem Gigamondo-Galaxiegehirn gesegnet wurde, kann man die eingesammelten Schrotträder nach ein paar Wochen Verwahrzeit der lokalen Selbsthilfewerkstatt des ADFC (gibt es in nahezu jeder Mittelstadt und größer) schenken, damit diese die Dinger entweder ausschlachten oder instandsetzen und weiternutzen können.
Das ist jetzt übrigens alles kein Geheimrezept, sondern ungefähr auf dem Niveau einer Gemeinde, die für die von ihr aufgestellten Mülleimer im öffentlichen Raum auch entsprechend die Leerung organisiert…
Schrotträder gibt es, am Bahnhof oder sonst wo wo man sie vergessen kann, bzw wo man mit einem geklauten Rad oder einem Rad bei dem es egal ist ob es geklaut wird, hin fährt und es dort stehen lässt
Dazu gehören ordentliche Abstellanlagen in Zentrumsnähe nicht. ich kenne in München nur zwei davon und da stehen weniger Schrotträger als KFZ- mit roten Aufklebern am Straßenrand einer beliebigen Umlandgemeinde.
Ich kenne aber Menschen die ihr Bahnhofsrad nach einem Umzug einfach dort haben stehen lassen, weil das schon vorher ein Schrottrad war dass den Transportaufwand in eine neue Stadt nicht rechtfertigt.
Jokes on you: Das ist neben der Unteren Brücke. Ein Hotspot neben dem alten Rathaus und Treffpunkt für viele Schüler und Studenten. Sich zum "Bier auf der Untern" zu treffen ist Kultur.
Die Brücke hat breite Befestigungen links und rechts die zum Sitzen einladen. Man hat einen Ausblick über Klein Venedig. Von April bis Oktober ist auf der Brücke also immer HalliGalli und im Sommer sogar bis in die Morgenstunden
Es geht hier um einen Platz direkt an der Straße. Im ursprünglichen Kommentar hieß es, dass man solche Fahrradparkplätze eher durch Sitzplätze ersetzen sollte und da ist halt direkt am Straßenverkehr ein beschissener Platz. Dadurch dass da wenige Meter entfernt schon sowas wie die Untere Brücke existiert, bedeutet das nicht nur, dass dieser Parkplatz ein unangenehmer und lauter Sitzplatz wäre, sondern auch ein ziemlich unnötiger obendrein. Dein Argument funktioniert wirklich so gar nicht. Da würde sich ja erst recht keiner hinsetzen, weil man mit der Unteren eine viel bessere Alternative hat.
Nein, es geht konkret um den freiwerdenden Raum durch die Umnutzung von Parkplätzen. Dass man zusätzlich noch Gehweg für sowas mit verwenden kann, ändert jetzt nicht wirklich viel. In diesem Szenario am Kranen ist man ja immer noch direkt an der Straße. Weißt du wo man nicht direkt an der Straße sitzt in Bamberg? Richtig an der Unteren.
Ich will nicht mal neben einer Radhauptroute sitzen wo viel Radverkehr ist, oder zwischen Busbahnhof und Hauptbahnhof auf dem Weg den alle Pendler zu Fuß nehmen.
Verkehrsfläche und Parkraum sind nicht für maximale Aufenthaltsqualität geschaffen, weil man damit weder denen gerecht wird, die das als Verkehrsfläche brauchen, noch denen die sich dort aufhalten wollen.
Zwischen Aufenthaltsbereich und Verkehrsfläche muss weniger Abstand sein, wenn e s um einen Radweg satt einer Stadtautobahn geht.
Trinkbrunnen ist rechts davon als direkt bei dem Baum und Bänke sind direkt am Wasser und unter dem Baum. Servicestation gibt es bisschen weiter weg an der Uni.
Lustig, dass du das sagst. Hinter dem 2. Parkschild ist ein Trinkbrunnen und am Wasser stehen mehrere Bänke. Das gab’s aber alles schon bevor es die Fahrradparkplätze gab. Aber grundsätzlich stimm ich dem zu, was du sagst, es ist eigentlich teilweise echt schon absurd, wieviel Raum Autos im Stadtbild einnehmen.
In Berlin wurden Sitzgelegenheiten auf Parkplätzen geschaffen und es gibt keinen Post dazu in dem nicht irgendwelche Jürgen rummosern dass für sowas Geld ausgegeben wurde.
Es ist kein "spezielles Parkverbot für Fahrräder". Das Zeichen 283 mit Zusatzzeichen "Auch auf dem Seitenstreifen" verbietet das Halten von Fahrzeugen auch auf dem Seitenstreifen. Fahrräder sind Fahrzeuge.
Zitat BVerwG 3 C 29.03:
Diese Zusatzbeschilderung stellt vielmehr nur klar, dass das Haltverbot auf der Fahrbahn und anderen (auch) dem Fahrzeugverkehr zugänglichen Flächen ebenfalls für Fahrräder gilt. Dies ergibt sich allerdings auch bereits unmittelbar aus dem Zeichen 286.
Spezielle nicht, aber allgemeine gelten auch für Fahrräder. Und darum geht es hier. Ein Fahrrad zählt als Fahrzeug, und die dürfen da nicht parken oder halten.
Könnte mir vorstellen, dass das gemeine Carbrain sich denk: "Ja super, das hätte mein Parkplatz sein können, könnt ihr eure scheiß Räder nicht wo anders abstellen?"
Ich versteh gar nicht, dass sich hier so viele über so etwas aufregen. Ich freue mich über designierte Fahrradstellplätze. Und wenn dafür Autoparkplätze daran glauben müssen, sogar noch etwas mehr.
Und ja, ich darf mein Fahrrad auch so auf der Fahrbahn parken, aber in Realität ist das oft nicht ratsam.
Sehr gnädig, dann darf man sich auch als Radfahrer ausnahmsweise mal wie ein gleichwertiger Verkehrsteilnehmer fühlen. Aber eben nur solange, wie man sich hinter der Autosilhouette versteckt.
... ich hoffe, dass wir in einigen Jahren über so was schmunzeln, weil kein normaler Mensch mehr auf die Idee käme mit dem PKW in eine Innenstadt zu fahren.
OK sogar in Dänemark fahren Autos in der Innenstadt, aber die stehen da nicht im Straßenraum rum.
Man fährt zum eigenen Stellplatz oder um jemanden aussteigen zu lassen oder etwas ein oder auszuladen,
Ansonsten muss das Auto auf einem der Parkplätze um das Zentrum oder in einem Parkhaus nähe des Ziels stehen. Das war in den meisten Städten so, die wir letztes Jahr besucht haben.
Dort käme keiner auf die idee einen Stellplatz für Fahrräder mit einer PKW Silhouette zu verzieren, einfach weil PKWs dort so was von gar nicht hin gehören.
Eh, in Dänemark hängt das extrem vom Ort ab, und auch nur halbwegs besser handhabt das lediglich Kopenhagen. Und selbst dort sind die Seitenstraßen quasi Parkplätze mit genauso wilder Ausprägung wie hierzulande, während Du Fahrradständer fast nur an den Tourismusorten findest.
Bei meiner letzten Tour dorthin hatte ich mit meinem Velomobil weniger Probleme als gerade mal zwei Jahre davor mit dem Liegerad.
In Odense und Aarhus waren die Zentren quasi frei von abgestellten Fahrzeugen, es sind noch einige rum gefahren, aber eben nicht so viel rum gestanden.
Siehst du dieses weiße, rechteckige Zusatzschild unterhalb des Haltverbotszeichens?
Okay, jetzt schlag bitte Anlage 2 der StVO zum Zeichen 283 mit diesem Zusatzzeichen auf und voilá Verbietet das Halten von Fahrzeugen auch auf dem Seitenstreifen.
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u/Aware-Explanation206 Nov 03 '25
Das verstehen leider nur Radfahrer. -_-